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Politik

Mehr Verfahren wegen Behandlungsfehlern

Donnerstag, 27. August 2009

Osnabrück – In Deutschland setzen sich immer mehr Patienten gegen ärztliche Kunstfehler und falsche Beratung zur Wehr. Sowohl die Gerichte als auch die Schlichtungsstellen der Ärztekammern verzeichnen so viele Verfahren wie nie, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ in ihrer Donnerstagsausgabe unter Berufung auf Angaben des Bundesjustizministeriums.

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„Die Verfahrenszahlen steigen seit Jahren. 2007 haben die Zivilgerichte mehr als 11.500 Arzthaftungsverfahren erledigt, das sind gut 1.700 Fälle oder fast 18 Prozent mehr als drei Jahre zuvor“, sagte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD). Auch für 2008 rechneten die Fachleute damit, dass sich der Aufwärtstrend bei den Prozessen fortsetze, sagte die Ministerin.

Auch bei den freiwilligen Schlichtungsstellen der Landesärztekammern steigen nach Angaben der Ministerin die Zahlen stetig. 2008 verzeichnete die Bundesärztekammer demnach 10.967 Beschwerden, im Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 10.432, 2006 bei 10.280. Die Beschwerden bei den Schlichtungsstellen richteten sich 2008 in sieben von zehn Fällen gegen Krankenhäuser.

Am häufigsten geltend gemacht wurden Fehler von Chirurgen und Unfallchirurgen. Im Bereich der Arztpraxen sahen sich Hausärzte und Orthopäden am häufigsten mit Vorwürfen konfrontiert. Im Schnitt etwa jeder vierte Beschwerdefall wird den Angaben zufolge von den Schlichtungsstellen als Behandlungsfehler anerkannt.

Zypries kündigte ein neues Patientenrechte-Gesetz an, damit Betroffene ihre Ansprüche gegen Ärzte einfacher verfolgen können. Zwar hätten die Patienten schon heute weitreichende Rechte. Diese seien aber auf viele verschiedene Gesetze verteilt und beruhten zum Teil auch nur auf Gerichtsurteilen. Ihr Ziel sei es, diese Rechte in einem einzigen Gesetz zu bündeln, „damit jeder seine Rechte und Pflichten nachlesen kann“, sagte die SPD-Politikerin. Nur wer seine Rechte kenne, könne diese auch einfordern. © afp/aerzteblatt.de

aerzteblatt.de

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