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Gesundheitskarte: TK fordert Passbilder von Versicherten an

Donnerstag, 27. August 2009

Düsseldorf – Die Techniker Krankenkasse (TK) hat angekündigt, bereits in der ersten Septemberwoche mit dem Prozess der Bild­beschaffung für die Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Region Nordrhein zu beginnen. „Wir wollen ab Oktober erste Karten an unsere Versicherten ausgeben“, sagte Günter van Aalst, Leiter der TK in Nordrhein-Westfalen, bei einer Fachtagung in Düsseldorf. Der Einsatz moderner Informationstechnologie werde zu mehr Datenschutz, mehr Versichertennutzen und mehr Wirtschaftlichkeit führen.
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Betroffen sind rund eine Million Versicherte der TK im Rheinland, die in den nächsten Wochen wegen der Einsendung eines Lichtbilds für die Gesundheitskarte angeschrieben werden. Damit spielt die TK den Vorreiter, denn zuvor hatten sich die gesetzlichen Krankenkassen auf den 1. Oktober als offiziellen Starttermin für den Start der Informationskampagne zur Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte verständigt.

Voraussetzung für die Kartenausgabe durch die gesetzlichen Krankenkassen ist, dass ausreichend eGK-fähige Lesegeräte in den Praxen vorhanden sind. Inzwischen seien knapp 31 Prozent der nordrheinischen Praxen mit neuen Lesegeräten ausgestattet, berichtete Dr. med. Leonhard Hansen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein.

Am 31. Oktober endet die Frist, bis zu der die nordrheinischen Ärzte und Psychotherapeuten die Erstattung der Pauschalen für den Kauf von zugelassenen Kartenterminals bei ihrer KV beantragen können. Nach schleppendem Start im März stieg die Nachfrage zuletzt rapide an: Allein im Monat Juli haben mehr als 1.500 Praxen neue Geräte installiert und die Pauschalen dafür abgefordert. Eine weitere Fristverlängerung für den Abruf der Pauschale schloss Hansen aus.

Der Zeitplan für den sogenannten Basisrollout (dem bundesweiten „Ausrollen“ von Lesegeräten und Karten) sieht vor, dass die meisten der circa 15.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten in der Startregion Nordrhein bis Ende Oktober mit eGK-fähigen Lesegeräten ausgestattet sind. Bis Mitte 2010 soll dies bundesweit für alle Arztpraxen, Krankenhäuser und Apotheken gelten und – zeitlich etwas versetzt – bis Ende 2010 die bundesweite Ausgabe der eGK an die Versicherten abgeschlossen sein.

Laut einer repräsentativen Studie der TK begrüßten drei Viertel der Bevölkerung die Einführung der Gesundheitskarte, weil dadurch der Kartenmissbrauch zurückgehen werde und sie später von Anwendungen wie der elektronischen Patientenakte profitieren würden, sagte van Aalst.

Die Diskussion über „Bildverweigerer“ sei müßig, denn die alte Krankenversichertenkarte bleibe so lange gültig, bis sie nicht mehr erforderlich sei. Die Kassen hingegen erhofften sich Einsparungen, da sich durch die Möglichkeit zum Online-Update künftig das permanente Auswechseln der Karte bei Status- oder Adressänderungen des Versicherten vermeiden lasse. © KBr/aerzteblatt.de

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adonis
am Montag, 31. August 2009, 17:17

@sonnwendfeuer

Die Versichertenkarte ist auch nicht für den Geldautomaten geeignet!! Wichtig ist, dass die Information gleich in den Praxen ankommt. Und das tut sie nicht. Und wenn du 2 Quartale später deine Abrechnung zurückbekommst, weil die Karte nicht gedeckt war, dann hast du das Problem. Der Patient ist schon über alle Berge.
Volleyknaller
am Freitag, 28. August 2009, 15:02

Was sagt denn der Datenschutz dazu?

Da sollen also nun rund 1 Mio. Bilder eingesammelt werden.
Wenn man sich mal anschaut, wie einige Krankenkassen derzeit diese Versichertendaten einsammeln, dann kann man sich nur wundern.

Der Versicherte klebt irgendein Bild auf ein Kassenformular und unterschreibt. Da kann keiner überprüfen, ob Lichtbild, Unterschrift und Person übereinstimmen. Ich kann also das Bild meines Freundes draufkleben, mit Donald Duck unterschreiben und bekomme eine eGK.
Selbst wenn ich ein Auto zulassen will, ist da mehr Sicherheit im Prozess, denn da prüft noch jemand. Um eine eGK zu bekommen, bestätige ich mich selbst. Das ist doch absurd!

Wenn man liest, dass die eGK doch so sicher ist, dann verlagert sich doch der Missbrauch an den Beginn, also an die Erlangung einer gültigen eGK. Sicherlich geht es dabei um eine Minderheit, denn die meisten Versicherten werden ehrlich und brav alles richtig machen. Aber genau die sind die Dummen, denn die kriminelle Minderheit nutzt diese Systemschwäche aus. Angesichts eines geschätzten Schadens von mehreren hundert Mio. Euro pro Jahr geht es hier nicht um „Peanuts“.

Außerdem scheint die TK selbst nicht an eine baldige Ausgabe zu glauben. Es gibt eine aktuelle Ausschreibung der Techniker Kasse, in der es heißt: „Es ist davon auszugehen, dass eine flächendeckende Versorgung aller Versicherten mit der eGK frühestens Ende 2011 erreicht werden kann.“ Im Bericht wird ein ganz anderes Datum genannt.

Noch ein weiterer Aspekt zur eGK. Zunächst soll sie ja nur die heutige KVK ersetzen und wird mit einem Foto versehen. Zukünftig sollen darauf aber auch Mehrdienste aufgebracht werden, das ist ja gerade ein erklärtes Ziel. Das ist auch eine prima Sache, ich erinnere an den LIPOBAY-Skandal. Damals sind viele Menschen an den Wechselwirkungen mit anderen Präparaten gestorben. Ein Arzt könnte also zukünftig erkennen, welche Medikamente der Patient bisher einnimmt und so etwas verhindern.

Dass jemand die eGK eines anderen benutzt, ist gar nicht abwegig, denn die beiden müssen nur halbwegs etwas ähnlich aussehen. Wer haftet denn, wenn nun ein Arzt einen Patienten aufgrund der eGK falsch behandelt? Sicherlich etwas polemisch, aber wie viele Tote muss es denn geben, bis man den Prozess auch hier sicher macht?

Ich verstehe nicht, warum trotz vieler Bedenken und Kritiken auch von Befürworten dieser eGK jetzt ganz schnell diese Karten „herausgehauen“ werden sollen. Zumal in einem Tagesschaubericht vom 3.6.09 der Bundesdatenschutzbeauftrage Schaar in einem Interview gesagt hat, dass es notwendig ist, dass Lichtbild und Person übereinstimmen. Aber diese Aussage von Herrn Schaar interessiert einige Krankenkassen nicht und der Datenschützer schaut untätig zu.
Sonnwendfeuer
am Freitag, 28. August 2009, 13:06

Cardtrust - Sicher vor Missbrauch

Auch heute schon nimmt eine große Krankenkasse am Cardtrust teil (meiens Wissens die TK). Bei der Erstellung einer neuen Versichertenkarte oder Verlust wird die alte Karte gesperrt, nur die neue ist gültig.
Daher sind so Mißbräuche der Karte durch Unbefugt sehr schwer zu bewerkstelligen. Daher kann ich adonis in dieser Hinsicht nicht zustimmen.
Ich habe auch nichts gegen das Passbild, aber der Datenschut in den Computern in den Arztpraxen macht mir Gedanken.
Die alte Karte, evtl. mit elektronischem Rezept und Passfoto würden für mich genügen. Notfallinformationen würden mir auch genügen.
Realname
am Freitag, 28. August 2009, 09:16

Ich möchte ruhig weiter schlafen können

Schon mal daran gedacht, welchem grandiosen Datenmissbrauch die neue Karte Tür und Tor öffnet?
Kennt jemand irgend eine Instutition, wo unsere Daten wirklich gut aufgehoben sind.
Die Datensammelwut in unserem Land nimmt kein Ende, und nur wenige merken es.
Die meisten folgen in blindem Gehorsam und Naivität dieser "Sicherheitslüge"
adonis
am Freitag, 28. August 2009, 07:43

Auch schon aufgewacht? Gratulation!!!!

Seit Einführung der völlig überflüssigen Krankenkassenkarte war bekannt, dass ein erheblicher Missbrauch damit getrieben wurde. Der Handelspreis auf dem Drogenmarkt in Frankfurt war 700 DM für eine Versichertenkarte mit langer Laufzeit. KEINE KRANKENKASSE HAT ETWAS GETAN, DAMIT DER MISSBRAUCH GESTOPPT WURDE.
Insofern ist es generell zu begrüssen, dass nun ein Passbild auf den Ausweis kommt.
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