Oregon – Stammzellforschern ist es gelungen, vor einer künstlichen Befruchtung die mitochondriale DNA der Eizelle auszutauschen. Die danach künstlich gezeugten Makaken hatten laut Nature (2009; doi: 10.1038/nature08368) jeweils drei Elternteile. Die Methode ist technisch ausgereift. Der Einsatz in der In-vitro-Fertilisation (IVF) zur Vorbeugung einer Reihe von Mitochondriopathien dürfte aber auf erhebliche ethische Bedenken stoßen.
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Mitochondrien enthalten ihre eigene DNA mit der Erbinformation für mehr als 50 Enzyme, die für die Energiegewinnung in den sogenannten Kraftwerken der Zellen benötigt werden. Mitochondrien sind im Zytosol von Spermien und der Eizelle enthalten. Bei der Befruchtung gehen die Mitochondrien des Spermiums (sie sind im Schwanz lokalisiert) verloren.
Die Kinder, egal ob Sohn oder Tochter, erben die mitochondriale DNA ausschließlich von ihrer Mutter. Von Bedeutung ist dies bei einer Reihe von Mitochondriopathien, einer längeren Liste von Erkrankungen, zumeist aus dem Bereich der Neurologie (z.B. Epilepsien) und der Ophthalmologie (Ophthalmoplegien). Ihre Vererbung von der Mutter auf die Kinder könnte vermieden werden, wenn die Mitochondrien vor der Befruchtung aus der Eizelle entfernt und gegen gesunde ausgetauscht würden.
Der Gruppe um Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health and Science University ist dieses „IVF-Kunststück“ jetzt erstmals an Primaten (Macaca mulatta) gelungen. 15 Embryos wurden in neun Surrogat-Mütter transferiert. Drei Tiere wurden trächtig, darunter eines mit Zwillingen. Insgesamt vier Äffchen wurden gesund geboren. Der von den Forschern verwendete „spindle–chromosomal complex transfer“ dürfte auch IVF-Mediziner interessieren.
Mitalipov äußerte sich zuversichtlich, dass die Technik rasch beim Menschen angewendet werden könnte, was allerdings eine gesetzliche Genehmigung voraussetzt. Angesichts der Tatsache, dass Menschen mit drei Elternteilen entstünden, lässt sich eine heftige bioethische Debatte leicht ausmalen.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Bedeutung der Mitochondriopathien von den Autoren stark übertrieben dargestellt wird. Eines von 200 Kindern würde mit mitochrondialen Mutationen geboren, heißt es in der Pressemitteilung.
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