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Ärzteschaft

Ärztekammer kritisiert Parteien im Bundestagswahlkampf

Freitag, 28. August 2009

Münster – Die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) fordert von allen Parteien, die versorgungs- und finanzierungsrelevanten Fragen bezüglich des Gesundheitswesens auf die politische Agenda zu setzen. „Die Sicherung der Patientenversorgung braucht keine Dienstwagen-Debatten, sondern verlangt nachhaltige, langfristige und verteilungsgerechte Lösungen. Diese werden derzeit von keiner Partei angeboten“, kritisiert ÄKWL-Präsident Theodor Windhorst.

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Im Bundestagswahlkampf würden die drängenden Fragen zur Zukunft des Gesundheitssystems und damit die Ängste der Patienten um die medizinische Versorgung bewusst ausgeklammert. Doch auch in Zeiten der Wirtschaftskrise sei Gesundheit für die Bürger in Deutschland ein wichtiges Thema, so der Kammerpräsident. Seiner Ansicht nach überlagern scheinbare Affären die wirklich relevanten gesellschaftspolitischen Themen wie eben die Gesundheitspolitik.

Windhorst: „Armes Deutschland, wenn sich die politischen Diskussionen in angeblichen Dienstwagen-Affären ergehen oder mit Abendessen im Kanzleramt befassen, aber die Politik kaum ein Wort über den drohenden Ärztemangel und die Nachwuchssorgen der Arztpraxen und Krankenhäuser verliert.“

Dabei sei Handeln dringend notwendig: Ein Fünftel der Kliniken in Deutschland sei wirtschaftlich krank und ernsthaft bestandsgefährdet und 40 Prozent der Praxen in Deutschland in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht.

Deshalb fordert die ÄKWL eine nachhaltige Gesundheitspolitik, die schnellstmöglich Gestaltungsruhe in das System bringe. Die Bundesregierung müsse auch stabile finanzielle Rahmenbedingungen schaffen. „Die Parteien müssen gerade vor der Wahl erklären, wie sie das alles erreichen wollen“, verlangt Windhorst. © hil/aerzteblatt.de

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