Berlin/Frankfurt – Mit Empörung hat die Deutsche Hospiz Stiftung (DHS) auf Presseinformationen reagiert, wonach niedergelassene Ärzte von Krankenhäusern Prämien für die Einweisung von Patienten kassieren.
Der DHS-Vorstand, Eugen Brysch, sprach am Montag in Berlin von einem „unfassbaren Skandal“. Diese illegale Praxis müsse schnellsten unterbunden und strafrechtlich verfolgt werden. Leidtragende solcher „Machenschaften“ seien vor allem Schwerstkranke und Sterbende, die in ihren letzten Lebensmonaten im Schnitt fünf Mal zwischen Pflegeheim und Krankenhaus hin und her überwiesen würden, obwohl sie gar nicht mehr gesund werden könnten.
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Montag hatte berichtet, die verbotenen Prämienzahlungen seien inzwischen in ganzen Regionen gängige Praxis. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, machte dafür gegenüber dem Blatt eine zunehmende Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung verantwortlich. „Da halten die Ehrenkodexe nicht mehr“.
Auch der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, bestätigte in der Zeitung die Praxis. Es seien keine Einzelfälle mehr wie vor einigen Jahren. Nach seinen Worten wenden beteiligte Ärzte geradezu erpresserische Methoden an nach dem Motto: „Übertragt uns die Vordiagnostik oder ihr bekommt keine Patienten mehr“. Ärzte verdienen laut Zeitung für eine Überweisung mehrere hundert Euro.
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