Eingeloggt als

Suchen in

5.756 News Politik

Politik

Hospiz Stiftung empört über Zuweiserprämien

Mittwoch, 2. September 2009

Berlin/Frankfurt – Mit Empörung hat die Deutsche Hospiz Stiftung (DHS) auf Presseinformationen reagiert, wonach niedergelassene Ärzte von Krankenhäusern Prämien für die Einweisung von Patienten kassieren.

Der DHS-Vorstand, Eugen Brysch, sprach am Montag in Berlin von einem „unfassbaren Skandal“. Diese illegale Praxis müsse schnellsten unterbunden und strafrechtlich verfolgt werden. Leidtragende solcher „Machenschaften“ seien vor allem Schwerstkranke und Sterbende, die in ihren letzten Lebensmonaten im Schnitt fünf Mal zwischen Pflegeheim und Krankenhaus hin und her überwiesen würden, obwohl sie gar nicht mehr gesund werden könnten.

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom Montag hatte berichtet, die verbotenen Prämienzahlungen seien inzwischen in ganzen Regionen gängige Praxis. Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, machte dafür gegenüber dem Blatt eine zunehmende Kommerzialisierung der medizinischen Versorgung verantwortlich. „Da halten die Ehrenkodexe nicht mehr“.

Auch der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Rudolf Kösters, bestätigte in der Zeitung die Praxis. Es seien keine Einzelfälle mehr wie vor einigen Jahren. Nach seinen Worten wenden beteiligte Ärzte geradezu erpresserische Methoden an nach dem Motto: „Übertragt uns die Vordiagnostik oder ihr bekommt keine Patienten mehr“. Ärzte verdienen laut Zeitung für eine Überweisung mehrere hundert Euro.

Hoppe sagte der Zeitung, Geld für eine Einweisung zu nehmen, sei „totalverboten“. Die Musterberufsordnung für Ärzte untersagt, „für die Zuweisung von Patienten oder Untersuchungsmaterial ein Entgelt oder andere Vorteile sich versprechen oder gewähren zu lassen oder selbst zu versprechen oder zu gewähren".

Auch der Vorsitzende der Kassenärztlichen  Bundesvereinigung, Andreas Köhler kritisierte die sogenannten Fangprämien. Sie verstießen nicht nur gegen die ärztliche Berufsordnung, sondern seien auch aus berufsethischer Sicht nicht zu tolerieren, mahnte Köhler. © afp/EB/aerzteblatt.de

Anzeige
Drucken Versenden Teilen
5.756 News Politik

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste