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Neuer Marker kennzeichnet Resistenz von Hirntumoren

Dienstag, 1. September 2009

Heidelberg – Einen Mechanismus und einen Tumormarker für die Entwicklung von Resistenzen bei Hirntumoren haben Wissenschaftler der Abteilung Neuropathologie am Institut für Pathologie des Universitätsklinikums Heidelberg gefunden. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Clinical Cancer Research (2009; 15: 5457-5465).

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Primäre Hirntumore, die sich aus Gehirnzellen entwickeln, insbesondere das bösartige Glioblastom, haben häufig eine schlechte Prognose. Obwohl die verschiedenen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft werden, sterben die Patienten mit einem Glioblastom in der Regel innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Diagnose.

Das Team um Wolf Müller konnte zeigen, dass bestimmte Hirntumore (Astrozytome) ein entscheidendes Protein auf ihrer Zelloberfläche, den sogenannten Todesrezeptor, stilllegen können. An diesen Rezeptor docken die Medikamente an und bringen dadurch die Zellen zum Absterben. Ein intakter Todesrezeptor kann deshalb als Tumormarker dafür dienen, ob eine Therapie Erfolgschancen hat.

Die Heidelberger Wissenschaftler stellten fest, dass das Gen für den Todesrezeptor DR4 bei bis zu 75 Prozent der Fälle durch eine sogenannte Promoter-Methylierung abgeschaltet war. Dies bedeutet, dass sich Methylgruppen an den Abschnitt des Gens anlagern, der für seine Aktivität ausschlaggebend ist. Damit kann die Information des Gens nicht mehr abgelesen werden; das Gen ist stillgelegt.

In Zellkulturversuchen konnten die Forscher die Methylierung bereits rückgängig und den Todesrezeptors wieder funktionstüchtig machen. Die Tumorzellen reagierten auf die Medikamente und starben ab. Wurde das Ablesen wieder unterdrückt, waren die Zellen erneut resistent.

„Bisher ist es noch nicht möglich, therapeutisch ausschließlich einzelne Gene gezielt durch diese Manipulationen anzuschalten. Die Kenntnis der Tumormarker kann jedoch richtungweisend für die Entwicklung neuer Therapien sein, die diese Genmanipulation zum Ziel hat“, erklärte Müller.

Durch gezielte Untersuchungen am Tumorgewebe vor einer solchen Therapie könnten nun die Patienten mit einem intakten Todesrezeptor identifiziert werden. Diese hätten dann gute Voraussetzungen, um von der erfolgversprechenden Therapie zu profitieren, während anderen Patienten zumindest die Nebenwirkungen einer aussichtslosen Therapie erspart blieben. © hil/aerzteblatt.de

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