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H1N1 ohne Neigung zum Reassortment

Mittwoch, 2. September 2009

College Park – Die Neigung des Schweinegrippevirus H1N1 zum Genaustausch mit saisonalen Grippeviren scheint gering zu sein. Das befürchtete Reassortment blieb in tierexperimentellen Studien in PLoS Currents (Online) vollständig aus. Die H1N1-Viren erwiesen sich allerdings als stärker und verdrängten zwei verbreitete saisonale Grippe-Erreger. Sie könnten deshalb die Träger zukünftiger saisonaler Grippewellen werden.

Auch wenn einige Menschen nach einer Infektion lebensgefährlich erkranken, hat sich das Pandemievirus H1N1 als relativ harmlos erwiesen. Menschen, die keine Risikofaktoren tragen, entwickeln in der Regel nur eine milde Grippe, wenn sie die Infektion überhaupt bemerken.

Dies könnte sich schlagartig ändern, wenn das Virus durch ein Reassortment Eigenschaften anderer pathogener Influenzaviren übernähme. Der schlimmste Fall wäre wohl ein Reassortment mit Genen der Vogelgrippe. Wahrscheinlicher ist eine Anpassung an die Viren der saisonalen Grippe. Virologen hatten dies vorhergesagt, denn das H1N1-Virus schien bisher wenig an den Menschen angepasst zu sein.

Doch die Gefahr scheint geringer zu sein als befürchtet, wie Daniel Perez, der Leiter des Prevention and Control of Avian Influenza Coordinated Agricultural Project an der Universität von Maryland in College Park, berichtet. Die Forscher hatten Frettchen mit den Viren der pandemischen Schweinegrippe, und einem von zwei saisonalen Grippeviren (H1N1 oder H3N2) infiziert.

Dies führte jedoch keineswegs zur Entstehung eines „Supererregers“. Beide Viren gingen getrennte Wege. Sie vermehrten sich unabhängig voneinander, wobei H1N1 die Oberhand behielt. Wurden die Tiere mit anderen nicht-infizierten Tieren zusammengebracht, dann wurden immer nur die pandemischen Viren übertragen, niemals aber die derzeitigen saisonalen Viren.

Sollten die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sein, dann dürfte das Schweinegrippe-Virus mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Träger der jährlichen Grippewellen werden. Die vorgesehene Impfung gegen das Pandemievirus könnte dann einen sicherlich zu begrüßende Langzeitschutz haben. Ob sie künftige Grippeimpfungen ersetzt, ist derzeit sicherlich eine zu weit reichende Spekulation. © rme/aerzteblatt.de

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karinu
am Freitag, 4. September 2009, 11:17

Reassortment - ein Phantom

Ist in der Natur - damit meine ich, außerhalb von künstlichen Laborversuchen - je Reassortment nachgewiesen worden?
Meines Wissens nicht. Das hieße aber, dass der ganze Pandemie-Aufwand sich eigentlich auf die realste Möglichkeit stützt, nämlich das Entschlüpfen eines künstlich zusammengesetzten Superkeimes aus einem Labor. Au Backe!
Leider gibt es ja etliche Beispiele dafür, dass gefährliche Krankheitserreger aus Labors in die Umwelt geraten sind, sogar schon beim öffentlichen Transport in der Eisenbahn....(28.4.09: Phiole mit Schweinegrippe-Viren zerbricht im Zug Zürich - Genf, weil Trockeneis explodiert. Erinnert sich noch jemand?).

Ansonsten kann man sich über das Ergebnis nur freuen, (vorausgesetzt, wir wären Labor-Frettchen, oder würden zumindest reagieren wie diese), denn wenn die harmlose Schweinegrippe die gefährliche Saisongrippe fernhält, wäre uns allen ja mit der Schweinegrippe geholfen - oder ticke ich nicht richtig?

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