Brüssel – Der gesundheitspolitische Sprecher der christdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament (EP), Peter Liese, warnte im Zusammenhang mit der Schweinegrippe vor Panikmache. Zwar sei die Erkrankung nicht zu unterschätzen. Bislang sind in der EU nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten 46.635 Personen an der Schweinegrippe erkrankt. 105 Menschen starben. Die Krankheit verliefe in der Regel jedoch eher harmlos, so Liese.
Der Christdemokrat kritisierte zugleich, dass der Wirkstoff Oseltamivir in Deutschland derzeit nur in Kapselform angeboten werde. Dies erschwere eine auf die spezifischen Bedürfnisse des kindlichen Stoffwechsel abgestimmte Dosierung. „Kinder, die sich mit der Neuen Grippe infizieren, können hierzulande nicht optimal behandelt werden“, so Liese.
Der Europaabgeordnete forderte die Bundesregierung zudem auf, das Chaos um die Empfehlung zur Impfung gegen die Neue Grippe, das unter anderem durch Äußerungen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hervorgerufen worden sei, zu beenden. Schmidt hatte unlängst in einem Interview mit dem Deutschlandfunk dazu geraten, Kinder erst im Frühjahr zu impfen. Mit einem erhöhten Krankheitsrisiko durch die Neue Grippe sei jedoch bereits im Herbst oder Winter zu rechnen, so Liese. „Eine Impfung im Frühjahr macht daher wenig Sinn.“
Der Christdemokrat verwies darauf, dass sowohl der Gesundheitssicherheitsausschuss der EU als auch die Weltgesundheitsorganisation empfehlen, Personen ab sechs Monate, die an chronischen Krankheiten, wie Atemwegserkrankungen oder Herzerkrankungen leiden, vorrangig zu impfen.
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