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Jeder fünfte Jugendliche von Essstörungen bedroht

Montag, 7. September 2009

Dormagen – Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat am Freitag in Dormagen das auf Essstörungen spezialisierte neue Zentrum für Suchthilfe der Caritas im Rhein-Neuss-Kreis eröffnet. Jeder fünfte Jugendliche in Deutschland weise Symptome einer Essstörung auf, warnte sie. Besonders Mädchen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren seien betroffen. Essstörungen hätten sich zu einem gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Problem entwickelt, das oft unterschätzt werde, so die Ministerin.
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Schmidt würdigte das Engagement der Caritas und verwies zudem auf die vor zwei Jahren gegründete Initiative „Leben hat Gewicht“ von Gesundheits-, Bildungs- und Familienministerium. Deren Internetseite sei eine Anlaufstelle für Betroffene sowie Angehörige und Freunde. Darüber hinaus informierten prominente Mitstreiter der Initiative bei vielen Gelegenheiten über Vorbeugemaßnahmen zum Thema.

Im neuen Suchthilfezentrum „Netterzentrum“ zeigt die Caritas auch eine Wanderausstellung zum Thema unter dem Titel „Der Klang meines Körpers“. In ihr gehe es vor allem „um Aufklärung und Prävention für die betroffenen Altersgruppen und um Hilfestellungen für Pädagogen“ erläuterte der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Frank Johannes Hensel. Sie zeige auf kreative Weise Wege aus der Essstörung auf.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden der AOK Rheinland-Hamburg, Wilfried Jacobs, nimmt die Zahl der Betroffenen zu. „Die Entwicklung macht uns gesellschaftspolitische Sorgen, sie beeinflusst aber auch die Kosten im Gesundheitswesen“, so Jacobs.

Laut Angaben des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) leiden 1,4 Millionen junge Menschen in Deutschland unter Symptomen der Essstörung. 56 Prozent der 13- bis 14-Jährigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dünner sein. 63 Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden. © kna/aerzteblatt.de

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