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Erstes Gen für die Insulinresistenz

Montag, 7. September 2009

Montréal – Ein genetischer Defekt in der Signalkette eines Insulinrezeptors auf Muskelzellen könnte, wenn auch nur zu einem geringen Teil, die Insulinresistenz beim Typ-II-Diabetes mellitus erklären, berichtet eine internationale Forschergruppe in Nature Genetics (2009; doi: 10.1038/ng.443).

In der Vergangenheit wurde bereits eine Reihe von Genvarianten beschrieben, welche die familiäre Häufung beim Typ-II-Diabetes mellitus (teilweise) erklären. Alle Gene betrafen, soweit deren Funktion bekannt ist, die Beta-Zellen, also den Produktionsort des Hormons Insulin.

Eine wesentliche Ursache des Typ-II-Diabetes mellitus wird heute jedoch in der fehlenden Insulinfunktion an seinen Zielzellen gesehen, der sogenannten Insulinresistenz. Vor diesem Hintergrund ist die Entdeckung von Johan Rung vom Génome Québec Innovation Centre in Montréal und Mitarbeitern bemerkenswert, denn sie sind die ersten, die in einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) ein Risikogen für die Insulinresistenz gefunden haben.

Untersucht wurden zunächst 6.350 Franzosen. Die Validierung erfolgte an rund 7.700 Dänen. Entdeckt wurden vier Varianten, von denen sich eine in der Nähe des IRS-1-Gens (insulin receptor substrate 1) befindet. Das dort kodierte Protein spielt eine Rolle in der Signalweiterleitung von Insulin in den Muskelzellen.

Eine Störung hat zur Folge, dass auf das Insulinsignal hin weniger Glukose in die Zelle strömt oder andersherum mehr Insulin benötigt wird, um den Energiehunger der Muskelzellen zu befriedigen. Eine weitere Prüfung an einer Kohorte von 14.350 Franzosen, Dänen und Finnen zeigte, dass die Genvariante tatsächlich mit einer niedrigeren Produktion und Funktion des IRS1-Proteins assoziiert war.

Das Ausmaß der Assoziation mit einem Typ-II-Diabetes mellitus war allerdings gering. Genträger haben nur ein um 19 Prozent erhöhtes Erkrankungsrisiko, weshalb das Gen sicherlich nicht die einzige Erklärung für die familiäre Häufung des Typ-II-Diabetes mellitus ist. Eine sinnvolle Anwendung für einen Gentest ist kaum vorstellbar. Die Entdeckung dürfte in erster Linie für die Grundlagenforschung und vielleicht auch als Ansatz für die Medikamentenentwicklung interessant sein. © rme/aerzteblatt.de

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