Hamburg – Mais-Saatgut ist in Deutschland laut Umweltschützern häufig gentechnisch verunreinigt. In 22 von insgesamt 386 in Deutschland untersuchten Mais-Proben seien Gen-Saaten entdeckt worden, teilten die Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Anbaubauverband Bioland am Mittwoch unter Berufung auf eigene Recherchen bei den Behörden mit.
In elf Proben wurden demnach in der EU nicht zugelassene Gen-Mais-Sorten gefunden. In weiteren elf Fällen wurde der in Deutschland und mehreren anderen EU-Ländern verbotene Gen-Mais Mon810 nachgewiesen.
Kritik übten die Umweltexperten an der in den Bundesländern gängigen Praxis, wonach Saatgut, das bis zu 0,1 Prozent mit dem Gen-Mais Mon810 verunreinigt ist, nicht beanstandet werde. Diese Praxis verstößt laut Greenpeace und Bioland gegen das europäische Reinheitsgebot für Saatgut. Eine Verunreinigung von 0,1 Prozent bei Mais-Saatgut führe zu 80 bis 100 Gen-Pflanzen pro Hektar.
Greenpeace und Bioland fordern die Bundesländer auf, durch strengere Kontrollen die Verunreinigung des Saatgutes zu verhindern und bei Verstößen die sofortige Vernichtung der Gen-Pflanzen anzuordnen. Sie fordern ein hundertprozentiges Reinheitsgebot für Saatgut.
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