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Politik

Scherf nennt Gesundheitssystem verfassungwidrig

Mittwoch, 9. September 2009

Frankfurt – Bremens früherer Bürgermeister Henning Scherf (SPD) hält das deutsche Gesundheitssystem für „barbarisch“ und „verfassungswidrig“. „Wer das deutsche Gesundheitssystem genau betrachtet, erkennt schnell ein Zwei-Klassen-System“, schreibt Scherf in seinem Buch „Gemeinsam statt einsam“, aus dem die Frankfurter Rundschau am Mittwoch vorab einen Auszug abdruckte.

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„Wer zum einkommensschwächsten Viertel der Deutschen gehört, stirbt – statistisch gesehen – zehn Jahre früher als jemand aus dem reichsten Viertel.“ Das sei barbarisch. Die Bevölkerung werde weiter gespalten, weil „immer mehr medizinische Leistungen privat bezahlt werden müssen“, so Scherf in seinem Buch. So treffe die Praxisgebühr vor allem Arme, die krank zu Hause blieben, weil ihnen die zehn Euro extra für den Arztbesuch fehlten.

„Hier ist unser Gesundheitssystem auf ein falsches Gleis gesetzt worden.“ Dabei gesteht der SPD-Politiker auch eigene Fehler ein, schließlich habe er als Landespolitiker die Reform ja mitgetragen.

„Doch wir haben bei unserem Versuch, das Gesundheitswesen finanzierbar zu machen, gegen unseren Willen dazu beigetragen, dass wir heute eine neue Klassenmedizin in der Republik beklagen müssen und eine medizinische Versorgung haben, die verfassungswidrig ist. Denn es betrifft die Menschenwürde, wenn meine Krankheiten nicht hinreichend behandelt werden – nur, weil ich kein Geld habe.“ © kna/aerzteblatt.de

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adonis
am Sonntag, 13. September 2009, 08:19

Ein Politiker enttarnt sich!!!

Null Ahnung von gar nichts. Die Lebenserwartung ist niedriger, weil mehr Alkohol und Niktion konsumiert wird.
Auch hier gilt der Spruch: Hätte der Narr, den Mund gehalten, hätte an ihn für einen Weisen gehalten.
Privatpatient
am Samstag, 12. September 2009, 14:16

Lebenserwartung und Einkommen bzw. sozialer Status



>>„Wer zum einkommensschwächsten Viertel der Deutschen gehört, stirbt – statistisch gesehen – zehn Jahre früher als jemand aus dem reichsten Viertel.“ Das sei barbarisch. Die Bevölkerung werde weiter gespalten, weil „immer mehr medizinische Leistungen privat bezahlt werden müssen“, so Scherf in seinem Buch.<<


Herr Scherf möchte da anscheinend eine eine nicht belegte Kausalität zwischen der Versicherungsart bzw. dem Einkommen und der Lebenserwartung suggerieren. Ich empfehle ihm deshalb diese Publikation mit einigen Statistiken zum Thema Lebenserwartung und sozialer Status:


Rauchen und soziale Ungleichheit, Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg 2003.
http://www.tabakkontrolle.de/pdf/Factsheet_Rauchen_und_soziale_Ungleichheit.pdf

Zitat daraus:


[...]Der soziale Status, definiert als Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bildungs-,Einkommens- und Berufsgruppe, ist heute eine der entscheidenden Bestimmungsgrößen für Krankheit und frühzeitige Sterblichkeit.
Sowohl im nationalen Rahmen als auch im internationalen Vergleich ist eine soziale Polarisierung im Gesundheitsverhalten und Gesundheitszustand festzustellen.

Wie für eine Vielzahl anderer gesundheitsrelevanter Verhaltensweisen zeigt sich auch ein deutlicher sozialer Gradient im Rauchverhalten. Während zu Beginn aus den wohlhabenden Schichten des 20. Jahrhunderts überwiegend Personen rauchten, sind es heute vor allem Menschen aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen. [...]


Große Unterschiede sind auch im Rauchverhalten zwischen den verschiedenen Berufsgruppen erkennbar:
Männer in einfachen manuellen Berufen und Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen rauchen im Vergleich zu Personen in anderen Berufsgruppen am häufigsten (bis zu 50%), Gymnasial-, Hochschullehrer und Ärztinnen am relativ seltensten.(ca. 15%)[...]
Andreas Skrziepietz
am Donnerstag, 10. September 2009, 17:58

Und warum fehlen die 10 € für den Arztbesuch?

Waren die Kippen vielleicht wieder wichtiger?
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