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Gesundheitskarte: Alle Essener Praxen können am Test teilnehmen

Freitag, 11. September 2009

Essen – Die Frage, inwieweit der Online-Abgleich der Versichertenstammdaten für die Ärzte verpflichtend ist oder nicht, wird derzeit im Zusammenhang mit dem Bassisrollout der elektronischen Gesundheitskarte zwischen Ärzten und Krankenkassen kontrovers diskutiert. „Ärzte müssen wesentlich mehr mitgenommen werden als bisher“, sagte Matthias Redders, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, beim Fachkongress IT-Trends Medizin in Essen.

Daher werde für die weiteren Tests der Gesundheitskarte in der Region Nordrhein ein ärztlicher Beirat eingerichtet, der auf die Gestaltung des Telematikprojekts künftig Einfluss nehmen könne. 

Nach den Plänen der Betriebsgesellschaft Gematik sollen ab dem ersten Quartal 2010 in der Testregion Bochum-Essen die „Testärzte“ und Versicherten das Online-Auslesen der Versichertenstammdaten erproben. Darüber hinaus ist Essen auch als Region für die 100.000er-Tests vorgesehen.

Der Beirat solle den Massentest der Online-Funktionalität im nächsten Jahr begleiten und zur Entscheidung über die Online-Anbindung beitragen. Die Online-Funktionalität werde gründlich getestet, bevor diese Schritt für Schritt eingeführt werde, erklärte Redders.

Man wolle das Angebot, an dem Massentest teilzunehmen, zudem an alle Essener Arztpraxen richten. Wenn 50 Prozent der Ärzte teilnähmen, wäre ein ausreichender Traffic für realitätsnahe Tests der Anwendungen gewährleistet. 

Vorgestellt wurde bei der Veranstaltung darüber hinaus der geplante „Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen (NRW)“, der in Bochum ab 2012 seine Arbeit aufnehmen soll. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will das Ruhrgebiet zu einem Zentrum von Forschung und Lehre im Gesundheitsbereich machen. Das Ziel sei, eine „Marke Gesundheit“ in NRW zu entwickeln, sagte Andreas Meyer-Falcke, der als Leiter des Strategiezentrums Gesundheit NRW für den Aufbau des Gesundheitscampus zuständig ist.

Auf dem Gesundheitscampus sollen unter anderem das Kompetenzzentrum Gesundheit NRW und eine Fachhochschule für Gesundheitsberufe angesiedelt werden. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit sowie das Zentrum für Telematik im Gesundheitswesen und das Epidemiologische Krebsregister sollen dorthin verlagert werden. Darüber hinaus soll sich der Gesundheitscampus auch zu einem künftigen Netzwerk europäischer Gesundheits- und Technologieinstitute entwickeln. © KBr/aerzteblatt.de

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