Forschungsbetrug an der Universität Bonn aufgedeckt
Montag, 14. September 2009
Hamburg/Bonn – Ein Mediziner der Universität Bonn ist angeblich mit gefälschten Studien aufgeflogen. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, geht es dabei um eine Veröffentlichung in dem angesehenen Fachmagazin „Nature Genetics“ aus dem Jahr 2003, die seit Erscheinen mehr als 180 Mal zitiert wurde und im aktuellen Heft zurückgezogen werden musste.
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In der viel beachteten Studie wird angeblich nachgewiesen, dass eine bestimmte genetische Mutation Epilepsie auslöst. Doch wie sich nach Recherchen des Direktors der Bonner Klinik für Epileptologie, Christian Elger, herausstellte, fälschte der Mediziner Armin H. die Daten von zwei der drei untersuchten Familien, in denen diese Mutation angeblich gehäuft vorkam, so das Magazin.
Unter anderem hat der schon im Jahr 2007 entlassene Wissenschaftler Blutproben einer einzigen Person gleich mehreren Familienmitgliedern zugeordnet. Er ließ die Probe im Labor mehrfach analysieren. „Armin H. hat aktiv Ergebnisse gefälscht“, urteilt Neurologe Elger im „Spiegel“. Als der Institutsdirektor die Familien erneut untersuchen ließ, fiel auf, dass nur drei statt fünf Personen die Mutation trugen. Zudem war von diesen drei auch nur einer Epileptiker und nicht, wie in der Publikation ausgewiesen, alle fünf. In der zweiten Familie wiederum litten nur zwei statt wie angegeben acht Personen an der Nervenkrankheit.
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