Mainz – Gentechnisch veränderter Leinsamen ist inzwischen in fast ganz Deutschland verbreitet. Backmischungen mit der in der Europäischen Union (EU) verbotenen Zutat seien in 15 Bundesländer geliefert worden, teilte das rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerium am Mittwoch in Mainz mit. Außerdem seien die Backmischungen auch im Ausland verkauft worden.
Der Hersteller habe selbst Kontrolluntersuchungen und einen Rückruf veranlasst, erklärte das Ministerium. Wo der betreffende Betrieb sitzt, wollte das Ministerium nicht mitteilen. In Rheinland-Pfalz seien die Backmischungen von 17 Betrieben – größtenteils Bäckereien und einige Anbieter von Bäckereibedarf – vertrieben worden. Eine akute Gesundheitsgefahr bestehe nicht, erklärte das Ministerium.
Vor knapp einer Woche hatten die baden-württembergischen Behörden bekannt gegeben, dass gentechnisch veränderter Leinsamen aus Kanada in Deutschland entdeckt worden sei. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace teilte wenig später mit, der Leinsamen sei bereits in Brötchen, Müsli und Backmischungen verarbeitet worden. Der nachgewiesene Gen-Leinsamen ist in der Europäischen Union weder zum Anbau noch als Lebensmittel zugelassen.
Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit handelt es sich bei dem betroffenen Leinsamen um die einzige Sorte, die jemals in Kanada für den Anbau zugelassen worden war. Leinsamen sind die Samen des Flachs. Den Behördenangaben zufolge wurde der kanadische Flachs gentechnisch verändert, um gegen ein Unkrautvernichtungsmittel resistent zu sein.
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