Politik

Hoppe verlangt eine andere Gesundheitspolitik

Mittwoch, 16. September 2009

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat eine Kehrtwende in der Gesundheitspolitik verlangt.  In einem Brief an die Parteivorsitzenden aus Anlass der bevorstehenden Bundestagswahl fordert er nachdrücklich, Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre zu korrigieren und eine „neue Vertrauenskultur in der Gesundheitspolitik“ zu begründen.

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„Die zunehmende Zentralisierung und Verstaatlichung der Strukturen des Gesundheitswesens einerseits und die Kommerzialisierung und übertriebene Wettbewerbsorientierung bei den Gesundheitsberufen andererseits haben die bisherige Vertrauenskultur in unserem Gesundheitswesen nachhaltig geschädigt“, schreibt Hoppe. „Die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland werden mittlerweile überzogen mit unsäglichen Forderungen nach Kosten – und Qualitätskontrolle, mit Dokumentationszwängen und überbordender Bürokratie.“ Ärztliche Unabhängigkeit und Therapiefreiheit dürften nicht länger in Frage gestellt werden. Das Vertrauen der Patienten dürfe nicht „durch das ökonomische Diktat in der Gesundheitsversorgung“ zerstört werden.

Er wandte sich zudem gegen eine „kollektive Desavouierung“ der Ärzteschaft.  „Das Gesundheitswesen besteht nicht nur aus Verschwendung, Pfusch und Korruption. Die positiven Seiten überwiegen“, bekräftigte Hoppe vor Journalisten in Berlin. Zur Diskussion über sogenannte Fangprämien für Krankenhauseinweisungen sagte er, kriminelle Vorkommnisse würden die Ärztekammern nicht dulden. Er machte deutlich, dass es sich bei der ärztlichen Berufsordnung nicht um einen Ehrenkodex handelt, sondern um untergesetzliche Vorschriften, deren Einhaltung auch durchgesetzt werden kann.

In dem Brief an die Parteivorsitzenden mahnte Hoppe eine offene gesellschaftliche Diskussion über Priorisierung im Gesundheitswesen an. Er forderte die Politiker auf, die Attraktivität des Arztberufs zu fördern und der Selbstverwaltung wieder mehr Gestaltungsspielraum zu geben. © Stü/aerzteblatt.de

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