Politik

Wirtschaftskrise bedroht Zugang zu Gesundheitsleistungen

Donnerstag, 17. September 2009

Brüssel/Bad Gastein – Die weltweite Wirtschaftskrise stellt eine massive Bedrohung für die Stabilität der öffentlichen Gesundheitssysteme und den Zugang zu Gesundheitsleistungen dar. Darauf weisen Wirtschafts- und Gesundheitsexperten im Vorfeld des diesjährigen „Europäischen Gesundheitsforums“ hin, das vom 30. September bis 3. Oktober in Bad Gastein stattfindet.

Die leeren Staatskassen verringerten die Möglichkeit und Bereitschaft zu staatlichen Unterstützungen des Gesundheitssystems. Die sinkende Wirtschaftsleistung und die steigende Arbeitslosigkeit wiederum führten zu einem Rückgang der Beitragszahlungen an die Krankenversicherungen, so die Fachleute.

Verschärft werde das Problem dadurch, dass die Wirtschaftskrise ungesunde Verhaltensmuster, wie eine unausgewogene Ernährung, den Konsum von Tabak und Alkohol sowie Bewegungsmangel fördert. Sozial schwache Gruppen seien hiervon besonders betroffen. Auch fürchten die Experten, dass die gesundheitlichen Unterschiede zwischen den Bevölkerungsschichten größer werden.

„Die Krise ist eine ernste Bedrohung für die Gesundheitssysteme, aber die negativen Folgen sind nicht unvermeidlich“, so Armin Fidler, Chefberater der Weltbank für Gesundheitspolitik. Gegensteuern ließe sich beispielsweise mit Maßnahmen aus den nationalen Konjunkturprogrammen.

In Deutschland sind Fidler zufolge zehn von 50 Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm dem Gesundheitsbereich gewidmet. Problematisch sei aber, dass diese Ausgaben vornehmlich langfristig wirken und somit nicht zur aktuellen Sicherung der Gesundheitsversorgung beitragen. So entfalle der für das Gesundheitswesen vorgesehen Anteil des deutschen Konjunkturpakets im Wesentlichen auf die Modernisierung und den Ausbau von Krankenhäusern.

„Die Krise sollte auch als Chance zur Durchsetzung überfälliger Reformen gesehen werden. Es gibt in praktisch jedem Land noch große Effizienzreserven und es gibt genügend Bereich, in denen Kostensenkungen ohne negative Folgen für die Gesundheitsversorgung möglich sind“, sagte Fidler. © ps/aerzteblatt.de

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