Medizin

Studie: Lebensstil kostet bis zu 15 Lebensjahre

Freitag, 18. September 2009

Oxford – Rauchen, arterielle Hypertonie und zu hohe Cholesterinwerte senken die Lebenserwartung eines 50-Jährigen im Durchschnitt um 9 Jahre. Wenn noch ein Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes mellitus, ein schlecht bezahlter Job und Gewichtsprobleme hinzukommen, gehen bis zu 15 Jahre verloren. Dies geht aus einer prospektiven Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3513) hervor.

Im Rahmen der Whitehall-Study, einer der größten arbeitsmedizinischen Studien überhaupt, wurden zwischen 1967 und 1970 insgesamt 18.863 britische Staatsangestellte im Alter von 40 bis 49 Jahren gemessen, gewogen und medizinisch untersucht. Sie füllten außerdem einen Fragebogen zu ihren Lebensgewohnheiten aus, dessen Analyse schon damals nichts Gutes erwarten ließ: 42 Prozent waren Raucher, 39 Prozent hatten einen erhöhten Blutdruck und 51 Prozent zu hohe Cholesterinwerte.

Die Quittung stellte jetzt der Epidemiologe Robert Clarke von der Universität Oxford aus, der die Überlebenszeiten der Angestellten mit den damaligen Risikofaktoren in Beziehung setzte: Nach den Angaben in Tabelle 3 verkürzt Rauchen die Lebenserwartung um 6,3 Jahre, die Teilnehmer mit dem höchsten Blutdruck (oberstes Quintil) starben 5,2 Jahre früher, eine Hypercholesterinämie (oberstes Quintil) raubt 1,9 Lebensjahre. Mit einem schlecht bezahlten Job verliert man 5,4 Jahre, Unverheiratete büßen 2,2 Jahre ein, und Menschen mit Glucoseintoleranz oder manifestem Diabetes geben 3,6 Jahre auf. Übergewichtige (oberstes Quintel) verlieren 1,3 Jahre.

Nicht selten kommen mehrere Risikofaktoren zusammen: 50-Jährige mit den Risikofaktoren Rauchen, Hypertonus und zu hohen Cholesterinwerten lebten im Durchschnitt noch 24,2 weitere Jahre. Ohne die drei Risiken wären es noch 33,5 Jahre gewesen (Vergleich oberstes und unterstes Quintil). Und wenn alle erwähnten Risikofaktoren berücksichtigt werden, dann leben die 5 Prozent mit der ungünstigsten Konstellation gerade noch 20,2 Jahre, auf der anderen Seite waren es noch 35,4 Jahre.

Dafür sollte es sich eigentlich lohnen, seine Lebensgewohnheiten (nicht erst im Alter von 50 Jahren) zu überdenken und ab dem 40. Lebensjahr Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker regelmäßig prüfen zu lassen, findet Peter Weissberg, Leiter der British Heart Foundation, welche die Studie zusammen mit dem Medical Research Council finanziert hat. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

hygieia
am Dienstag, 22. September 2009, 01:58

Gesund alt werden

ist das Ziel. Dazu gehört auch: Impfungen ( Quecksilber ), Zahnfüllungen aus Quecksilber, Medikamente, Aluminium-Kochgeschirr, Industrie-Essprodukte, Mobilfunk-, Röntgen- und andere gesundheitschädliche Strahlen zu vermeiden.

Die Zeiten des gesunden Alterns sinken zur Zeit dramatisch. Wer will in Pflegeheimen weggesperrt mit 10 bis 20 Medikamenten behandelt seinem Ende entgegendämmern?
polmu
am Samstag, 19. September 2009, 17:21

Geheimis Gelüftet

Nun ist also endlich das Geheimnis um die Ursachen der unaufhaltsam steigenden Lebenserwartung und die raus resultierende demographische Katastrophe gelüftet!
5.000 News Medizin

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige