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Montag, 21. September 2009
Mammografie-Screening mit positiver Zwischenbilanz

Siegburg/Köln/Berlin – Das Mammografie-Screening ist für über zehn Millionen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren die wichtigste Maßnahme zur Brust­krebs­früh­erkennung. Das ist das Ergebnis des ersten Evaluations­berichtes des Mammo­grafie-Screening-Programms in Deutschland, den der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) und die Kooperationsgemeinschaft Mammografie (KoopG) am Montag vorgestellt haben.

„Wir haben in Deutschland mit dem flächendeckenden Mammografie-Screening einen Meilenstein in der Früherkennung geschaffen“, erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Der Evaluationsbericht sorge für Transparenz über die Qualität des Mammografie-Screenings und werde dazu beitragen, das Vertrauen der Frauen zum Screening weiter zu stärken.

Der Bericht gibt Einblicke in die Struktur und Organisation des Screenings und zeigt die Ergebnisse erhobener Qualitätsparameter auf. Hierzu gehörten zum Beispiel die Einladungs- und Teilnahmeraten sowie die Anzahl und Größe der im Screening entdeckten bösartigen Tumore.

„Der Bericht widerlegt die Zweifel am medizinischen Nutzen des Screening-Programms und unterstreicht den Mehrwert für alle Frauen, die daran teilnehmen“, erklärt Rainer Hess, unparteiischer Vorsitzender des G-BA. So spüre das Mammografie-Screening wesentlich häufiger kleine Tumoren auf.

Sogenannte In-situ-Karzinome und kleine invasive Karzinome werden bei der Vorsorgeuntersuchung mehr als doppelt so oft erkannt als ohne Screening. „In so einer frühen Phase ist die Prognose sehr gut und teilweise eine echte Heilung möglich“, unterstrich Katrin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Südwest, die Bedeutung der Daten.  Bei mehr als drei Vierteln der entdeckten invasiven Karzinome waren die Lymphknoten noch nicht betroffen, so dass eine schonendere und brusterhaltende Therapie möglich war.

Noch nicht zufrieden ist die Kooperationsgemeinschaft mit den Teilnehmerzahlen. Von knapp drei Millionen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren sei nur etwa jede Zweite der Einladung gefolgt. In den EU-Leitlinien wird eine Teilnehmerrate von mindestens 70 Prozent empfohlen.

Mit dieser angestrebten Quote würde das Screening-Programm rund 300 Millionen Euro pro Jahr kosten, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Beirats der Kooperationsgemeinschaft, Wolfgang Aubke.

Schwierigkeiten habe es vor allem beim Einladungsverfahren gegeben, räumte Hess ein. „Das hat fast mehr Probleme gemacht als das Medizinische.“ Aus datenschutzrechtlichen Gründen sei es oft schwierig gewesen, von den Personenstandsregistern die Adressen der Frauen zu bekommen. Außerdem zeige die Zahl der Frauen, die der Einladung nicht gefolgt sind, dass noch Information- und Aufklärungsbedarf bestehe. © hil/Mei/aerzteblatt.de

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