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Welt-Alzheimertag: Experten fordern politische Maßnahmen

Montag, 21. September 2009

Berlin – Anlässlich des heutigen Welt-Alzheimertages fordern führende Alzheimer-Experten die Politik auf, sich mit der Krankheit stärker auseinanderzusetzen. In einer gemeinsamen Stellungnahme warnen die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie sowie die Hirnliga gleichzeitig „vor verfrühten Hoffnungen auf baldige Therapiemöglichkeiten“ und beklagen die seit Jahren andauernde „klare medizinische Unter- und Fehlversorgung“ von Alzheimerkranken.

Es sei dringend notwendig, alle vorhandenen Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung von Alzheimer zu nutzen. Das könne die Entwicklung der Krankheit zumindest verlangsamen. Viele Alzheimer-Patienten würden heute aber überhaupt nicht behandelt.

Als Ursache dieser Misere sehen die Alterspsychiater die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse: „Solange die Politik die Alzheimer-Krankheit eher als pflegerisches Problem betrachtet und die Chancen, die eine medizinische Behandlung bietet, nicht erkennt, bleibt die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse erhalten“, moniert der Vizepräsident der deutschen Alterspsychiater, Martin Haupt.

Betriebwirtschaftlich sei es für eine Krankenkasse nicht sinnvoll eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen – durch die verspätete Pflegebedürftigkeit – die Pflegekasse habe. Die Alzheimerexperten fordern deshalb, in der nächsten Legislaturperiode den neu definierten Begriff der Pflegebedürftigkeit zügig umzusetzen. „Viele Angehörige verstehen nicht, warum sie nach dem heutigen Einstufungsverfahren keine Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten“, verdeutlicht Heike von Lützau-Hohlbein, Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Auch die Deutsche Hospiz Stiftung setzt sich für eine bessere Behandlung von Alzheimerkranken ein. Es reiche nicht aus, „einige Arbeitslose zur Betreuung der Patienten einzusetzen“, so der Geschäftsführende Vorstand Eugen Brysch. Er fordert einen nationalen Demenzplan, um entsprechende Fortschritte zu überprüfen. © hil/aerzteblatt.de

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