Los Angeles – Eine neue Auswertung der Women’s Health Initiative (WHI) im Lancet (2009; doi: 10.1016/S0140-6736(09)61526-9) kommt zu dem Ergebnis, dass die Hormonersatztherapie auch das Risiko von Lungenkrebserkrankungen erhöht.
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Als die WHI Mitte 2002 nach 5,6 Jahren Dauer abgebrochen wurde, gehörte ein Anstieg des Lungenkrebsrisikos nicht zu den Bedenken. Der Grund für das Ende einer in den Jahren davor unkritisch propagierten Therapie war ein Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, koronaren Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Thromboembolien und Brustkrebs.
Dem stand ein Rückgang von Osteoporose und Darmkrebs gegenüber, der aber die Einnahme der Hormone nicht rechtfertigt konnte. Diese wurden schon lange nicht mehr allein zur Behandlung klimakterischer Beschwerden verordnet, sondern als vorbeugendes Mittel gegen eine Reihe von Krankheiten, darunter die meisten Erkrankungen, deren Inzidenz dann unter der Hormontherapie anstieg.
Auch Lungenkrebs gehörte zu den Krankheiten, vor denen die Hormone eigentlich schützen sollten. Dafür gab es Hinweise aus retrospektiven Studien. Doch zum Zeitpunkt des Studienabbruchs der WHI war eine präventive Wirkung nicht erkennbar. Und nach einer Nachbeobachtung um 2,4 weitere Jahre wurde deutlich: Lungenkrebs gehört zu den Erkrankungen, deren Inzidenz unter der kombinierten Hormontherapie (Östrogen plus Gestagen) nicht abnahm, sondern anstieg.
Nach 8 Jahren waren 73 Frauen an Lungenkrebs gestorben gegenüber 40 Frauen im Placebo-Arm. Angesichts der hohen Teilnehmerzahl von 16.608 postmenopausalen Frauen und der infolge des Tabakkonsums bei Frauen steigenden Inzidenz dieser Krebsart, sind das in beiden Gruppen erstaunlich wenig Todesfälle.
Rowan Chlebowski vom Los Angeles Biomedical Research Institute errechnet eine Inzidenz von 0,11 Prozent unter der Hormontherapie vs. 0,06 Prozent im Placebo-Arm. Das absolute Risiko, unter einer langjährigen Hormontherapie an einem Lungenkrebs zu sterben, ist deshalb sehr gering, auch wenn das relative Risiko mit einer Hazard Ratio von 1,71 und einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,16-2,52 signifikant in der WHI erhöht war.
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