Berlin – Die meisten Frauen, bei denen Brustkrebs im metastasierten Stadium festgestellt wird, erhalten eine palliative Therapie ohne operative Entfernung des Primärtumors. Nun aber legt eine – allerdings retrospektive – Studie eines niederländischen Forscherteams nahe, dass die Resektion des Primärtumors das Überleben der Patientinnen verlängern könnte, nämlich von durchschnittlich 14 auf 31 Monate. Die Studie hat Jetske Ruiterkamp (s’Hertogenbosch) beim europäischen Krebskongress, der gemeinsamen Tagung von ECCO und ESMO in Berlin, vorgestellt.
Die Forscherinnen stellten fest, dass Frauen mit reseziertem Primärtumor ein besseres Fünf-Jahresüberleben hatten: 24,5 Prozent überlebten in der chirurgisch behandelten Gruppe, aber nur 13,1 Prozent ohne operative Entfernung des Primärtumors.
Selbst nach einer Bereinigung aller Daten um Einflussfaktoren wie Alter, Diagnosezeitraum, Zahl der Metastasen und Behandlungsmethoden blieb die Frage, ob der Primärtumor entfernt worden war oder nicht, ein unabhängiger Prognosefaktor (HR: 0,62, 95 %).
Es gebe eine Reihe von Erklärungsmöglichkeiten, sagte Ruiterkamp: „Vielleicht ist durch den Eingriff die Zahl der zirkulierenden Tumorzellen reduziert worden, vielleicht ist aber auch das Immunsystem reaktiviert worden.“ Jetzt sei eine kontrollierte, prospektive Studie geplant, um das Ergebnis zu überprüfen.
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