Schlaganfall: Aufklärung wirkt bei Frauen besser als bei Männern
Dienstag, 22. September 2009
Berlin – Schriftliche Informationsmaterialen über die Schlaganfallsymptome und die Dringlichkeit der Behandlung tragen dazu bei, dass Frauen wesentlich rascher eine Klinik aufsuchen, als dies ohne Aufklärung der Fall ist. Das belegen aktuelle Ergebnisse einer Studie des Kompetenznetzes Schlaganfall. Bei Männern zeigte sich hingegen keine signifikante Verbesserung, so die Untersuchung.
„Der Schlaganfall ist immer ein Notfall: Eine rasche Behandlung ist lebenswichtig“, erklärt Christian Nolte, Neurologe an der Charité - Universitätsmedizin Berlin und Mitautor der Studie. Trotzdem kämen noch immer viele Patienten zu spät ins Krankenhaus, da sie die Symptome falsch interpretieren und keine adäquate medizinisch Hilfe aufsuchen, so Nolte.
Deshalb untersuchte das Kompetenznetz Schlaganfall, ob und wie effektiv speziell schriftliche Interventionen bei einem Schlaganfall die Zeit vom Symptombeginn bis zum Eintreffen ins Krankenhaus verkürzen. Dafür erhielten etwa 75.000 zufällig ausgewählte Berliner Bürger im Alter von über 50 Jahren Informationsmaterial über die Symptome des Schlaganfalls.
Die Forscher fanden heraus, das die Gesundheitsaufklärung bei den teilnehmenden Frauen einen deutlichen Effekt erzielte: Aufgeklärte Schlaganfallpatientinnen kamen wesentlich schneller ins Krankenhaus als jene Frauen, die zuvor kein Informationsmaterial erhalten hatten. Die Zeit zwischen dem Einsetzen der Symptome bis zur Einlieferung ins Krankenhaus verkürzte sich laut Studie bei den Frauen um 27 Prozent. Bei den angeschriebenen Männern hingegen zeigte die Intervention keinen Effekt, so die Untersuchung. Die Gründe hierfür sind den Autoren nach eigenen Angaben nicht klar.
Frühere Studien hätten zwar nachgewiesen, dass Frauen im Allgemeinen besser über Risikofaktoren und Anzeichen des Schlaganfalls informiert sind als Männer. Bisher konnte den Autoren zufolge aber nicht gezeigt werden, dass dieses Wissen auch in adäquates Handeln umgesetzt wird.
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