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„Geldprobleme“ als Alzheimer-Warnsignal

Dienstag, 22. September 2009

Birmingham/Alabama – Zunehmende Probleme in finanziellen Angelegenheiten, von der Kontrolle des Wechselgelds bis hin zu folgenschweren Fehlurteilen bei der Geldanlage, können ein erstes Anzeichen für einen beginnenden Morbus Alzheimer sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie in Neurology (2009 73: 928-934).

Im dem Test mit der Bezeichnung Financial Capacity Instrument (FCI) müssen die Patienten beweisen, dass sie mit Geld umgehen können. In 14 Aufgaben werden der Umgang mit Münzen, die Fähigkeit einen Kontoauszug zu verstehen, das Bilanzieren von ausgestellten Schecks oder das Tätigen einer Überweisung geprüft.

Bei den schwierigeren Übungen wird untersucht, ob die Probanden die Korrespondenz der Bank verstehen oder auf einfache Betrugsvarianten hereinfallen würden. Der FCI wurde von Daniel Marson vom Alzheimer's Disease Center in Birmingham/Alabama entwickelt als eine Möglichkeit die Probleme in finanziellen Alltagsangelegenheiten zu messen, unter denen viele Demenzpatienten bereits in der Frühphase der Erkrankung leiden. Dazu gehört auch die mögliche Alzheimervorstufe MCI (“mild cognitive impairment).

In der Studie führten 76 Senioren ohne Gedächtnisprobleme und 87 Personen mit MCI den FCI durch. Von den 87 MCI-Patienten sollten 25 innerhalb des nächsten Jahres an einer Demenz erkranken. Schon bei der ersten Untersuchung fielen sie durch besonders schlechte Ergebnisse im FCI auf, berichtet Marson.

Zu ersten Fehlern komme es bei vermeintlich leichten Aufgaben, etwa der Bilanzierung im Scheckheft. Auch das mehrfache Begleichen einer Rechnung sei ein häufiger Fehler, während das konzeptionelle Verständnis für den Bankverkehr lange erhalten bleibe.

Den Angehörigen rät er, ruhig einmal einen Blick auf die finanziellen Angelegenheiten der Senioren zu werfen und sich gegebenenfalls frühzeitig mit der Bank in Verbindung zu setzen, bevor es zu finanziellen Verwerfungen kommt. Ob dies allerdings von den Senioren selbst gern gesehen wird, ist eine andere Frage. © rme/aerzteblatt.de

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