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Malignes Melanom: Ermutigende Ergebnisse mit Gen-Inhibitor

Mittwoch, 23. September 2009

New York City – Maligne Melanome, deren Wachstum durch sogenannte BRAF-Mutationen angetrieben wird, sprechen auf eine Therapie mit einem Wirkstoff an, der selektiv diese Mutation ausschaltet. Das zeigen vorläufige Ergebnisse einer laufenden Studie, die auf dem Kongress der europäischen Krebsgesellschaften vorgestellt wurden.

Etwa 60 Prozent aller malignen Melanome (aber auch 8 Prozent aller soliden Neoplasien) haben eine Mutation im BRAF-Gen, das bei gesunden Zellen nicht auftritt. Die Mutation geht mit einer vermehrten Zellproliferation einher, weshalb die Ausschaltung dieses Gens ein interessanter Ansatzpunkt in der Krebsbehandlung ist.

Ein von der kalifornischen Firma Plexxikon und dem Konzern Roche entwickelter BRAF-Inhibitor (PLX4032) gilt als derzeit aussichtsreichster neuer Wirkstoff beim malignen Malinom, einer der aussichtslosesten Krebserkrankungen.

LX4032 induziert eine Apoptose der Melanomzellen, was zu einer deutlichen Verkleinerung des Tumors führt. Schon auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology im Juni in Orlando/Florida hatte die Gruppe um Paul Chapman vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York vielversprechende erste klinische Ergebnisse vorgestellt.

In einer Dosisfindungsstudie an 54 Patienten kam es bei einigen Patienten zu einer lang andauernden Teilremission: 31 Patienten wurden deshalb nach dem Ende der Studie mit der höchsten tolerierten Dosis weiterbehandelt, und wie Chapman jetzt in Berlin berichtete, befinden sich 14 von 22 Patienten in einer Teilremission (definiert als Rückgang der Tumormasse um 30 Prozent über wenigsten einen Monat). Bei weiteren sechs Patienten soll ebenfalls eine geringergradige Teilremission erzielt worden sein.

Eine Vollremission wurde nur bei einem Patienten erreicht und bedeutet nach einer Dauer von drei Monaten sicherlich keine Heilung. Die teilweise lang andauernden Remissionen sind jedoch in einer Gruppe von Melanompatienten, bei denen mehrere frühere Chemotherapien versagt hatten, ein gewisser Erfolg, der die Leitung des Kongresses bewogen haben mag, die Studie als eine der „besten Abstracts” auszuzeichnen. Ob der Wirkstoff jedoch die gleiche Bedeutung erlangen wird wie Imatinib (das ebenfalls die Wirkung eines Onkogens hemmt) bei der chronisch myeloischen Leukämie und bei gastrointestinalen Stromatumoren, bleibt abzuwarten.

 

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  © rme/aerzteblatt.de

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