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Gestresste Ärzte machen häufiger Fehler

Mittwoch, 23. September 2009

Rochester – Nicht allein die viel beklagte Übermüdung durch lange Dienste, auch eine Stressbelastung und deren Folgen Burnout und Depressionen erhöhen nach einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 302: 1294-1300) das Risiko, dass Klinikärzten ein schwerer Behandlungsfehler unterläuft.

Die Bemühungen zur Verbesserung der Patientensicherheit haben sich in den letzten Jahren auf Reformen der Arbeitszeiten konzentriert. Und tatsächlich zeigt eine Befragung von 380 Assistenzärzten (Residents) an der Mayo Clinic in Rochester, dass Ärzte, die einen schwerwiegenden Fehler eingestanden, häufiger unter Schlaflosigkeit litten.

Mit jedem zusätzlichen Punkt auf der 24-Punkte Epworth Sleepiness Scale stieg das Fehlerrisiko um 10 Prozent an. Aber auch jeder Punkt auf einer Fatigue-Skala (von 0 bis 10) erhöhte die Fehlerwahrscheinlichkeit um 14 Prozent.

Müdigkeit und Abgeschlagenheit (Fatigue) sind zwar überlappende Begriffe. Eine Fatigue umschreibt aber auch das Gefühl eines allgemeinen Energiemangels (ausgepowert), was auf ein Burnout-Syndrom hinweist.

Es überrascht deshalb nicht, dass Colin West und Mitarbeiter eine klare und signifikante Assoziation zu zwei von drei Dimensionen des Burnout-Syndroms (nach der Definition von Maslach) fanden: Mit jedem Punkt auf der Depersonalisations-Skala stieg das Fehlerrisiko um 9 Prozent, bei der emotionalen Erschöpfung waren es 6 Prozent. Nur die reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit war nicht mit professionellen Fehlern assoziiert.

Die Depression wurde mit zwei Fragen (nach depressiver Verstimmung und Interessenverlust) oberflächlich erkundet. Die Zustimmung in einem der beiden Punkte war jedoch mit einer um den Faktor 2,56 erhöhten Fehlerwahrscheinlichkeit assoziiert. Weitere Analysen ergaben, dass Schlaflosigkeit und Distress unabhängig voneinander das Fehlerrisiko erhöhen.

Professionelle Fehler von Assistenzärzten allein auf die Übermüdung zurückzuführen, würde deshalb zu kurz greifen. Maßnahmen zur Verminderung von beruflichem Stress und einem Burnout könnten ebenfalls dazu beitragen, die Patientensicherheit zu erhöhen, schreiben die Autoren. © rme/aerzteblatt.de

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