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Schmidt will Stigmatisierung psychisch Kranker überwinden

Donnerstag, 24. September 2009

Berlin – Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat eine Ausgrenzung psychisch Kranker in der Gesellschaft kritisiert. Dies sei gerade in der Arbeitswelt noch sehr verbreitet, beklagte die Ministerin am Mittwochabend in Berlin. Themen wie Depression oder Demenz würden immer noch tabuisiert. Die Ministerin äußerte sich bei der Vorstellung des Buches „Irre! - Wir behandeln die Falschen“ des Kölner Psychiaters, Theologen und Bestsellerautors Manfred Lütz.

„Die Menschenwürde endet nicht mit dem Verlust intellektueller oder kognitiver Fähigkeiten“, betonte Schmidt. Psychisch Kranke hätten ein Recht auf Teilhabe und auf ein selbstbestimmtes Leben. Hierzu könne auch das Buch einen wichtigen Beitrag leisten. 

Die Ministerin lobte, dass Lütz die Freiheit des Patienten und nicht die Krankheit zur vorherrschenden Perspektive mache. Dieser Respekt vor der Freiheit müsse auch im Zentrum des gesundheitspolitischen Handelns stehen. Dabei seien viele Klischees, Ängste und Vorurteile abzubauen. Das gelte insbesondere gegenüber dementiell Erkrankten.

Psychisch Kranke sollten in ihrer Umgebung mit ihrer Andersartigkeit respektiert und anerkannt werden. Lütz warnte davor, menschliche Schwierigkeiten oder Eigenarten vorschnell als Krankheit zu diagnostizieren. Nicht jede Träne sei schon eine Depression. Mit Blick auf die jüngsten brutalen Übergriffe Jugendlicher wandte er sich auch dagegen, die persönliche Verantwortung vorschnell durch Verweis auf Umgebung oder eine schwierige Kindheit zu relativieren. 

Der Psychiater warb für einen pragmatischen Gesundheitsbegriff, gegenüber einem utopischen, bei dem es letztlich keine Gesunden mehr gebe. Sein Kollege Klaus Dörner habe einmal über etwa ein halbes Jahr zusammengerechnet, wie viel Prozent der Deutschen angeblich psychotherapiebedürftig krank seien und sei dabei auf über 210 Prozent gekommen, so Lütz. © kna/aerzteblatt.de

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