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Bundestagswahl: KBV und BÄK setzten auf Veränderungen

Montag, 28. September 2009

Berlin – „Eine neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen“ erhofft sich der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Jörg-Dietrich Hoppe, von der neuen Regierung. Die Chance für eine „nachhaltige Gesundheitsreform, die mehr leistet als eine reine Kostendiskussion“ sieht der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Carl-Heinz Müller, im Ausgang der Bundestagswahl.

Für eine kommende Gesundheitsreform bot Müller konstruktive Mitarbeit an: „Nicht nur die Politik, sondern die Gesellschaft als Ganzes muss entscheiden, welches System sie in Zukunft haben will. Für uns steht der Solidargedanke ohne Wenn und Aber nach wie vor im Vordergrund“, sagte der KBV-Vorstand. Für Müller ist der Kollektivvertrag der richtige Weg für eine flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung mit niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten.

Den Patienten und seine ärztliche Behandlung wieder in den Mittelpunkt der Gesundheitspolitik zu rücken und die ärztliche Freiberuflichkeit zu stärken, forderte der BÄK-Präsident. Die Ärzte seien bereit, ihren Sachverstand einzubringen. „Denn nur gemeinsam können wir es schaffen, die großen Herausforderungen von demografischer Entwicklung und medizinischem Fortschritt zu stemmen“, sagte Hoppe zum Ausgang der Bundestagswahl.

Als einen „unmissverständlicher Auftrag für eine Reformpolitik“ wertet der Bundesverband der Freien Berufe BfB den Wahlsieg von schwarz-gelb. „Die Konstellation lässt deutliche Korrekturen der bisherigen Politik erwarten. Die politische Agenda muss sich dabei noch stärker als bislang für die Forderungen der Freien Berufe öffnen“, sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Oesingmann.

„Dieses Wahlergebnis macht uns Ärzten Hoffnung“, sagte der Vorsitzende des Medi-Verbundes, Werner Baumgärtner und fordert mehr Freiräume für die Arztpraxen und eine kalkulierbare Bezahlung. „Der Arzt muss wissen, was er in dem Augenblick, in dem er einen Patienten behandelt, dafür bekommt“, sagte er.

Auch der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) begrüßt das Ergebnis der Bundestagswahl und hofft auf einen Kurswechsel in der Gesundheitspolitik. „In der Patientenversorgung muss die Medizin das Primat vor der Ökonomie erhalten. Es wird Zeit für einen Abbau der Bürokratie und für mehr Transparenz im Gesundheitssystem“, sagte der BDI-Präsident Wolfgang Wesiack.

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Nur wenig Spielraum, der neuen Regierungsmehrheit die übliche Schonfrist von 100 Tagen einzuräumen sieht die Freie Ärzteschaft: „Zu drängend sind die Probleme in der Gesundheitspolitik, um sie im Schongang anzugehen“, sagte deren Vorsitzender Martin Grauduszus.

Auch die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßten den Ausgang der Bundestagswahl. „Mit einer schwarz-gelben Regierungskonstellation können wir die nötigen Reformen in der zahnmedizinischen Versorgung gesetzlich Krankenversicherter endlich angehen. Für die Zahnärzte ist das deshalb ein gutes Wahlergebnis“, sagte der Vorsitzende des Vorstandes der KZBV, Jürgen Fedderwitz. Als „Signal für die überfällige Anpassung des Gesundheitswesens an die Realitäten hierzulande“ sieht der Präsident der BZÄK, Peter Engel, das Ergebnis der Wahl. © hil/aerzteblatt.de

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