Berlin – Patienten mit Schlaganfall, Demenz, Parkinson, Epilepsie, Multipler Sklerose und anderen chronischen Krankheiten droht, in Deutschland nicht ausreichend medizinisch versorgt zu werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) aufgrund einer aktuellen Datensammlung hin.
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Laut DGN arbeiteten bundesweit 2008 insgesamt 4.238 Fachärzte für Neurologie, davon rund zwei Drittel im stationären Bereich. Hier wurden 2007 mehr als 900.000 Fälle behandelt, zehn Jahre zuvor waren es nur etwa 500.000. Dieser Anstieg von rund 80 Prozent sowie die nicht im gleichen Maße gestiegene Zahl neurologischer Betten führen laut DGN dazu, dass die Verweildauer in den neurologischen Kliniken zurückgeht.
Viele Kliniken suchten darüber hinaus händeringend nach Personal, die Zahl der Stellenangebote habe sich im Bereich der Akutkliniken innerhalb von drei Jahren verdoppelt. Auch die ambulante Versorgung lässt zu wünschen übrig. „Hier müssen Patienten oft wochen- und monatelang auf Termine warten“, moniert DGN-Vorsitzender Heinz Reichmann.
Deshalb plant die DGN eine Imagekampagne und Initiativen zur Nachwuchsförderung. „Die Weichen müssen jetzt gestellt werden, denn alleine durch die Alterung der Bevölkerung wird die Zahl der neurologischen Erkrankungen in den kommenden Jahren weiter deutlich steigen“, so Reichmann.
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