Brüssel macht Weg für Massenimpfungen gegen Schweinegrippe frei
Dienstag, 29. September 2009
dpa
Brüssel/Berlin – Die EU-Kommission in Brüssel hat den Weg für Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe freigemacht. Die Impfstoffe Focetria® und Pandemrix® könnten spätestens ab Donnerstag europaweit vertrieben werden, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Damit könne die Impfung gegen das Virus A/H1N1 noch rechtzeitig vor der neuen Grippesaison beginnen.
Hersteller von Focetria und Pandemrix sind Novartis aus der Schweiz und der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Die Impfstoffe können den Angaben zufolge nach der spätestens am 1. Oktober in Kraft tretenden Zulassung in allen EU-Ländern sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen genutzt werden.
EU-Industriekommissar Günter Verheugen zeigte sich „sehr zufrieden“, dass die Kommission so schnell entschieden habe. Nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation starben seit April mehr als 3.900 Menschen weltweit an der Schweinegrippe.
Das Gesundheitsministerium in Deutschland geht davon aus, dass in der zweiten Oktoberhälfte mit den Impfungen begonnen werden kann. Bislang ist geplant, zunächst Mitarbeiter im Gesundheitswesen, bei der Polizei und Feuerwehr sowie Menschen mit Vorerkrankungen und Schwangere vorrangig zu impfen.
Die Länder haben dafür zunächst 50 Millionen Dosen Impfstoff bei den Herstellern geordert, weitere Impfdosen sollen nachbestellt werden. Laut Gesundheitsministerium soll jeder geimpft werden können, der dies möchte. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) will die Ständige Impfkommission (STIKO) Anfang Oktober eine generelle Impfempfehlung veröffentlichen.
Bislang gab es in Europa laut RKI mehr als 170 Todesfälle. In Deutschland gibt es einen Todesfall, der möglicherweise im Zusammenhang mit einer Schweinegrippe-Infektion steht. Dabei handelt es sich um eine 36-jährige Frau, die in Nordrhein-Westfalen an den Folgen einer Infektion mit akutem Lungen- und Multiorganversagen gestorben ist und die auch eine Vorerkrankung hatte.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie
registriert sein.
Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.