Großbritannien: Mädchen stirbt nach Cervarix-Injektion – Todesfälle auch nach Gardasil
Dienstag, 29. September 2009
dpa
Coventry – In England ist ein 14-jähriges Mädchen nach einer Injektion des Impfstoffs Cervarix® gestorben. Bis zur Aufklärung der Umstände hat der Hersteller die Verwendung der betroffenen Charge gestoppt. Das Mädchen wurde am Dienstag obduziert. Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen vorliegen.
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Natalie Morton war am Montagmorgen in ihrer Schule zusammen mit ihren Klassenkameradinnen mit dem HPV-Impfstoff Cervarix geimpft worden. Kurze Zeit später wurde sie eine Klinik der Stadt eingeliefert, wo sie kurz darauf starb. Die näheren Umstände sind nicht bekannt. Auch die Todesursache dürfte erst nach Abschluss der Obduktion feststehen.
Der staatliche Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) geht offenbar nicht davon aus, dass der Tod des Mädchens mit der Impfung in einem kausalen Zusammenhang steht. Das Catch-Up-Programm werde – auch in der Stadt Coventry – fortgesetzt, heißt es in der Pressemitteilung.
Der Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) teilte mit, dass die gesamte Charge, von der das Mädchen eine Dosis erhalten hatte, vorerst nicht mehr verwendet wird, bis die näheren Umstände geklärt sind.
Der NHS hatte im September letzten Jahres mit der Impfung aller 12- bis 13-jährigen Mädchen begonnen. Im Rahmen des sogenannten Catch up wird die Impfung in diesem Herbst älteren Mädchen angeboten.
Es ist nicht der erste Todesfall, der in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung gegen HPV-Infektionen aufgetreten ist. Dem Vaccine Adverse Event Reporting System der Centers for Disease Control and Prevention wurden bis Juni 2009 insgesamt 43 Fälle berichtet, die nach einer Impfung mit Gardasil aufgetreten waren (Cervarix ist in den USA noch nicht zugelassen).
Die US-Behörde konnte 26 bestätigte Todesfälle untersuchen. In keinem Fall wurde ein kausaler Zusammenhang mit der Impfung festgestellt. Auch in Deutschland ist eine junge Frau einen Tag nach der zweiten Gardasilimpfung an einem Herz-Kreislauf-Stillstand nach erfolgloser Reanimation gestorben.
Die Todesursache konnte bei der Autopsie und folgenden histopathologischen Untersuchungen nicht geklärt werden. Es fanden sich aber auch keine Hinweise auf eine immunologische Reaktion auf den Impfstoff, die den Tod erklären könnte. Für eine anaphylaktische Reaktion war das Intervall bis zum Tod zu lang.
Ein kausaler Zusammenhang wird nach Auskunft des Paul-Ehrlich-Instituts ausgeschlossen. Dies treffe auch auf den Tod einer Frau aus Österreich zu: Die 19-jährige war etwa drei Wochen nach der Gardasilimpfung aus unbekannten Gründen gestorben.
Dem VAERS wurden in den USA bis Anfang Juni 14.072 unerwünschte Impfstoffwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung mit Gardasil gemeldet. Etwa 7 Prozent der Reaktionen waren schwer.
Nach Angabe der Centers for Disease Control and Prevention gibt es keinen Hinweis, dass die schweren Reaktionen eine Folge der Impfung waren. Angesichts der großen Zahl der Impfungen – mehr als 25 Millionen verabreichte Dosen in den USA – ist die zufällige Koinzidenz von Impfung und gesundheitlichen Reaktion häufig.
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