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Politik

Elektronische Gesundheitskarte startet in Nordrhein

Mittwoch, 30. September 2009

Berlin – Nach jahrelangen Verzögerungen startet am Donnerstag die elektronische Gesundheitskarte. Nach Angaben der Betriebsgesellschaft Gematik werden die gesetzlichen Krankenkassen die Chipkarte zunächst an Versicherte der Region Nordrhein ausgeben. Ein Gematik-Sprecher sagte am Mittwoch, viele Praxen und Kliniken hätten die neuen Lesegeräte für die Karte bereits installiert oder seien gerade dabei.  

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Die elektronische Gesundheitskarte, die schrittweise und voraussichtlich bis Ende 2010 in ganz Deutschland eingeführt werden soll, soll die bisherige Krankenkassenkarte ersetzen. Sie enthält zunächst nur Stammdaten wie Bild und Adresse des Versicherten. Die Karte soll aber später um elektronische Rezepte erweitert werden. Auch eine freiwillige Speicherung von Notfalldaten, elektronischen Patientenakten und Arzneimitteldokumentationen soll möglich sein. Missbrauch soll durch eine PIN-Nummer wie bei Bankkarten deutlich erschwert werden.  

Der Branchenverband Bitkom begrüßte den Start der Chipkarte. „Die elektronische Gesundheitskarte bietet die Chance, die Gesundheitsversorgung gleichzeitig besser und günstiger zu machen“, erklärte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. So ließen sich zum Beispiel bei Medikamenten Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten vermeiden, wenn Arzt, Apotheker und Klinikarzt den gleichen Wissensstand hätten.  

Zugleich lege die neue Karte den „Grundstein für einen sicheren Umgang mit sensiblen Patientendaten“, erklärte Scheer weiter. Mit der Karte erhielten die Patienten die Hoheit über ihre Daten. Datenschutz und Datensicherheit hätten dabei oberste Priorität.  

Die Freie Ärzteschaft (FÄ) rief hingegen die FDP auf, an der bisher geäußerten Ablehnung der elektronischen Gesundheitskarte auch als Regierungspartei festzuhalten. Die neue Bundesregierung müsse dieses „unsägliche Projekt“ zeitnah stoppen, wie es in den Beschlüssen dreier Deutscher Ärztetage und Empfehlungen der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein gefordert werde, schreibt FÄ-Präsident Martin Grauduszus in einem Brief an FDP-Chef Guido Westerwelle. © afp/aerzteblatt.de

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