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Organ-Mafia fand in türkischem Dorf viele Nierenspender

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Istanbul – Mutmaßliche Mitglieder der Organ-Mafia in der Türkei haben nach Presseberichten in einem kleinen anatolischen Dorf mehrere dutzend Freiwillige für eine Nierenspende gefunden. Zehn Bewohner des Dorfes Kislacik bei Afyon in Westanatolien hätten der Organ-Mafia eine Niere überlassen, weitere 36 Dörfler hätten auf einer Warteliste der Bande gestanden, berichteten türkische Medien am Donnerstag. Die Polizei hatte zuvor mehrere Verdächtige unter dem Verdacht des Organhandels festgenommen.

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Die Bauern aus dem Dorf hätten zwischen 10.000 und 15.000 Euro für eine Niere erhalten, berichteten die Zeitungen. Manche Organspender aus Kislacik hätten mit dem Geld einen Traktor abbezahlen wollen, andere wollten die Hochzeit ihrer Kinder finanzieren. Die Polizei geht laut Medienberichten davon aus, dass die Bande die Spender und die Empfänger der Organe im südtürkischen Antalya miteinander bekannt machte. Um den für die Organspende zuständige Ethik-Rat zu täuschen, hätten sich die Beteiligten vor der Operation als Verwandte oder Nachbarn ausgegeben.

In der Türkei warten rund 50.000 Menschen auf eine Spenderniere; in den ersten neun Monaten des Jahres sind offiziell aber nur 257 Organe verpflanzt worden. Einigen Presseberichten zufolge prüft die Polizei bei der Suche nach kürzlich verschwundenen Kindern, ob diese ebenfalls der Organ-Mafia in die Hände gefallen sein könnten. © afp/aerzteblatt.de

aerzteblatt.de

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