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„Spiegel“: Kassen erhielten Zuschüsse wegen falscher Aids-Diagnosen

Montag, 5. Oktober 2009

Hamburg – Der Gesundheitsfonds hat den Krankenkassen laut einem „Spiegel“-Bericht offenbar Millionen Euro für Aids-Infizierte überwiesen, die es gar nicht gibt. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, versah eine unter Augenärzten verbreitete Praxis-Software automatisch die Daten vieler Patienten mit einer Codierung, die auf eine HIV-Infektion hinweist. Auf dieser Grundlage hätten die zuständigen Krankenkassen dann Extra-Zuschüsse von etwa 10.000 Euro pro Patient und Jahr erhalten.

Fachleute der Hanseatischen Krankenkasse (HEK) schätzen die Höhe der Fehlzuweisungen dem Bericht zufolge für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung auf 160 Millionen Euro. Der Hersteller der Praxis-Software spreche von einem „Anwendungsfehler“. Dieser sei zum zweiten Quartal dieses Jahres behoben worden.

Wie das Magazin weiter berichtet, wurde die Panne erst entdeckt, nachdem sich Abrechnungsexperten der Kassen über einen sprunghaften Anstieg der HIV-Infektionen gewundert hatten. Auch das Alter der vorgeblich Betroffenen erregte ihr Misstrauen. Fast alle Neuinfizierten waren deutlich älter als 65 Jahre. © ddp/aerzteblatt.de

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