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Säuglingssterblichkeit könnte mit geringen Mitteln reduziert werden

Montag, 5. Oktober 2009

Neu Delhi – Die hohe Säuglingssterblichkeit in einigen Ländern könnte nach Angaben der Kinderschutzorganisation „Save the Children“ mit einfachen Mitteln wie Stillen oder Impfen deutlich verringert werden.

Die jährliche Zahl von zwei Millionen Babys, die in den ersten 24 Stunden sterben, könnte um mehr als zwei Drittel reduziert werden, erklärte die Organisation am Montag bei der Vorstellung einer Untersuchung in 14 Ländern. Allein in Indien sterben demnach 400.000 Kinder am Tag nach der Geburt. Grund dafür sei, dass die Eltern oft nicht über einfache Behandlungsmöglichkeiten informiert seien.

Jede zweite Frau in Indien bringe ihre Kinder ohne fachkundige Hilfe zur Welt, was zu Komplikationen bei der Geburt und Infektionen führen könne.

„Ganz klar muss etwas geschehen“, sagte Indiens Gesundheitsministerin Sujata Rao. Die bestehenden Ressourcen müssten besser genutzt werden. Der Leiter von Safe the Children in Indien, Thomas Chandy, bestätigte, dass Indien im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs Vorsorgeprogramme zur Verringerung der Säuglingssterblichkeit eingeleitet hat.

„An vielen Orten allerdings kommt die Hilfe nicht bei den Menschen an“, sagte Chandy. Auch überkommene Traditionen wie etwa die Ablehnung des Stillens von Babys müssten überwunden werden. Indien liegt mit einer Sterberate von 72 Babys auf 1.000 Geburten auf einem der traurigen Ränge in der Statistik – noch hinter Bangladesch.

Weltweit erleben dem Bericht zufolge neun Millionen Kinder nicht ihren fünften Geburtstag. Die meisten sterben entweder an Unterernährung oder an einfach und günstig zu behandelnden Krankheiten wie Lungenentzündung oder Durchfall. © afp/aerzteblatt.de

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