Experten gegen finanzielle Anreize für Organspender
Montag, 5. Oktober 2009
dpa
Berlin – Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) hat sich strikt gegen finanzielle Anreize für das Ausfüllen eines Organspendeausweises ausgesprochen. Solche Lockangebote seien kriminell und könnten kein Mittel sein, um den anhaltenden Mangel an Spenderorganen in Deutschland zu beheben, sagte DSO-Vorstand Günter Kirste am Montag in Berlin.
Anzeige
Es gebe in Europa Vorschriften, die es unter Strafe stellten, für Organe zu zahlen. Aus ethischer Sicht sei es nicht vertretbar. Kirste äußerte sich auf dem zehnten Internationalen Organspendekongress. Bis Mittwoch beraten dort Experten über die Auswirkungen des weltweiten Organmangels und die Förderung der Organspende.
Kirste appellierte an die Bundesländer, der Deutschen Stiftung Organtransplantation mehr Kompetenzen einzuräumen. Dazu zähle etwa der Einsatz in Krankenhäusern. Kirste zufolge kommen viele Organspenden nicht zustande, da die Ärzte auf den Intensivstationen nicht die Zeit hätten, mit Angehörigen von potenziellen Spendern in Ruhe darüber zu sprechen.
In einem neuen Projekt bietet die DSO ab Januar Kliniken an, Krankenhauspersonal für solche Gespräche zu schulen. Zudem solle es monatliche Besprechungen der Todesfälle auf den Intensivstationen mit Blick auf Spendermöglichkeiten geben.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.