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HIV/Aids: Ärzte ohne Grenzen fordert Patente von Pharmakonzernen

Mittwoch, 7. Oktober 2009

New York/Berlin – Die internationale medizinische Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat eine E-Mail-Kampagne gestartet. Darin fordert die Organisation die neun Hersteller der wichtigsten HIV/Aids-Medikamente auf, ihre Patente in einen Pool zu geben. Ziel sei, dass Millionen Menschen mit HIV/Aids Zugang zu neuen Medikamenten erhalten.

„Die Idee ist einfach: Unternehmen teilen ihr Wissen, erhalten dafür faire Lizenzgebühren und die Generika-Firmen können günstige Nachahmerpräparate entwickeln“, erklärt Oliver Moldenhauer von Ärzte ohne Grenzen in Berlin. Die internationale Einrichtung UNITAID zum Erwerb von Medikamenten gegen HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose errichte derzeit diesen Pool für Medikamentenpatente.

„Wir fordern die großen Pharmafirmen auf, sich für das Wohl der HIV-Patienten zu entscheiden“, sagt Moldenhauer. Einige Unternehmen hätten bereits Interesse an der Idee bekundet, aber sie müssten noch weiter gehen und die wesentlichen Patente in den Pool geben.

Nach Angaben der Hilfsorganisation wären die Auswirkungen für die HIV/Aids-Patienten enorm: Ein Patentpool würde die Verfügbarkeit von kostengünstigeren Versionen der lebensrettenden Medikamente stark verbessern. Bei vielen Betroffenen hätten sich Resistenzen gebildet. Sie müssten nun zu neueren wirksameren Medikamenten wechseln. © hil/aerzteblatt.de

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