Houston – Der Versuch, Kokainabhängige durch einen Impfstoff, der Antikörper gegen die Droge induziert, vom weiteren Konsum abzuhalten, war in einer randomisierten Studie in den Archives of General Psychiatry (2009; 66: 1116-1123) nur von mäßigem Erfolg. Nur bei einem Drittel der Teilnehmer wurden die notwendigen Antikörperkonzentrationen erzielt, und die Minderung des Konsums war nur von vorübergehender Dauer.
Der Impfstoff besteht aus der Untereinheit B des Choleratoxins, an der ein Derivat der Kokaindroge kovalent gebunden wurde. Der Impfstoff wurde noch mit einem Adjuvans versehen und dann an fünf Terminen intramuskulär an 58 Teilnehmer der Studie verimpft. Weitere 57 Teilnehmer erhielten Placebo-Impfungen.
Bei den Teilnehmern handelte es sich um Drogenabhängige, die wegen eines Heroinkonsums an einem Methadonprogramm teilnahmen und deshalb für die notwendige Nachbeobachtung motiviert waren.
Frühere Studien hatten gezeigt, dass eine Antikörperkonzentration von 43µg/ml erforderlich ist, damit die Impfung eine Aussicht auf eine Wirkung hat. Die Idee der Impfung besteht darin, dass die Kokainantikörper die Droge im Blut abfangen, bevor sie ihre Wirkung im Gehirn erzeugen kann. Der fehlende Kick soll die Konsumenten dann von den Vorteilen einer Abstinenz überzeugen.
Wie die Gruppe um Thomas Kosten vom Veterans Affairs Medical Center in Houston/Texas mitteilt, wurde nur bei jedem dritten Geimpften (21 von 58 Teilnehmern) eine ausreichende Antikörperkonzentration erreicht. Bei dieser Gruppe testeten in den Wochen 9 bis 16 der Studie 45 Prozent der Urinproben negativ auf Kokain.
Diesen Grad der Abstinenz erreichten aber auch 35 Prozent der anderen Teilnehmer (Placebo oder geringe Antikörpertiter). Der Unterschied war zwar statistisch signifikant. Von einem Erfolg zu sprechen, wäre jedoch übertrieben. Denn in den Wochen 17 bis 20 der Studie war schon kein Vorteil mehr erkennbar. Und die Zahl der Teilnehmer, die eine vollständige Abstinenz erzielten, war ebenfalls nicht erhöht.
Kosten hofft, dass weitere Immunisierungen den Impferfolg noch steigern werden. Er sieht hier einen gewissen Spielraum, da die Impfungen – abgesehen von einer Induration an der Injektionsstelle – keine Nebenwirkungen hatten. Es dürfte aber in der Praxis schwierig sein, die Abhängigen von fortgesetzten Impfungen zu überzeugen.
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