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Psychische Probleme machen Jugendliche internetsüchtig

Dienstag, 6. Oktober 2009

Kaohsiung – Jugendliche mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben ein erhöhtes Risiko internetabhängig zu werden. Dies geht aus einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine (2009; 163: 937-943) hervor.

Eine Serie von zehn kardiopulmonalen Todesfällen und einem Mord in südkoreanischen Internetcafés hat vor zwei Jahre die Öffentlichkeit in mehreren ostasiatischen Ländern aufgeschreckt. Dort gelten etwa 2 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 19 Jahren als internetabhängig.

Sie nutzen das Medium exzessiv für Spiele, pornografische Inhalte oder Chats, worunter nicht nur die schulischen Leistungen leiden. Wenn das Geld für die Internetcafés fehlt, löst dies eine depressive Verstimmung oder auch Aggressionen aus und die Kids benötigen ständig die neueste Ausrüstung, was einige Psychiater als Zeichen der “Toleranzentwicklung” deuten, die neben dem exzessiven Konsum und den Entzugssymptomen das dritte Merkmal einer Sucht ist. Es ist durchaus möglich, dass die nächste fünfte Version des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-V) die Internetsucht als neue Entität aufführen wird.

Chih-Hung Ko von der Medizinischen Universität in Kaohsiung, Taiwan, hat in der weltweit vermutlich ersten Langzeitstudie untersucht, welche Faktoren Kinder und Jugendliche anfällig für die Internetsucht machen. Eine repräsentative Stichprobe von 2.293 Siebtklässlern füllte zu Beginn der Studie Fragebögen zu AHDS, Depressionen, Phobien, Aggressionen und zum Internet-Konsum aus. Jeder zehnte schied wegen eines bereits vorhandenen Verdachts auf eine Internetsucht aus. Die anderen wurden nach 6, 12 und 24 Monaten erneut befragt.

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Das größte Risiko, während der zwei Jahre eine Internetsucht zu entwickeln, hatten Jungen (Hazard Ratio HR 2,03), die mehr als 20 Stunden in der Woche am Computer verbrachten (HR 1,90) und dabei vor allem mit Onlinespielen beschäftigt waren (HR 1,79). Neben Geschlecht und Internetkonsum waren aber auch psychiatrische Störungen die wichtigsten Prädiktoren, wobei eine AHDS, bei Mädchen (HR 2,56) stärker noch als bei Jungen (HR 1,62), den größten Einfluss hatte, gefolgt von feindlichem Verhalten (“Hostility”, HR 1,83), Depressionen (1,56) und einer sozialen Phobie (HR 1,35).

Inwiefern diese Erkenntnisse genutzt werden können, um gefährdete Jugendliche rechtzeitig zu erkennen, ist offen. Exzessiver Internetkonsum lasse sich besser verheimlichen als eine Alkoholabhängigkeit, zumal das Internet – anders als der Alkoholkonsum – zu einem Teil des Arbeitslebens geworden ist, schreibt der Editorialist Dimitri Christakis vom Center for Child Health, Behavior and Development in Seattle (Archives 2009; 163: 959-960).

Der Pädiater warnt aber davor, das Problem zu unterschätzen. Es gebe zwar keinen Grund zum Alarmismus, die Internetabhängigkeit könnte sich jedoch zu einer potenziellen Epidemie des 21. Jahrhunderts entwickeln. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 7. Oktober 2009, 07:41

Ausnutzen!!

Stellt mehr schulisch relevante Inhalte, wie auch schon in Frankreich üblich ins Internet!!! Vielleicht geht dann einiges besser. Solange nur Schund im Internet frei zugänglich ist, Inhalte aber bezahlt werden müssen, kann wohl keine Verbesserung eintreten.

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