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Mängel bei der Behandlung chronischer Schmerzen

Mittwoch, 7. Oktober 2009

Berlin – Die medizinische Versorgung von Patienten mit chronischen Schmerzen ist in Deutschland nach Ansicht von Experten nach wie vor oft mangelhaft. Trotz seiner Wichtigkeit werde das Thema in der Forschung zu wenig berücksichtigt.

Zudem sei die Schmerztherapie in der Ärzteausbildung ein „Stiefkind“, kritisierte Rolf-Detlef Treede, Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS), zum Auftakt des Deutschen Schmerzkongresses am Mittwoch in Berlin. Nach DGSS-Angaben leiden 17 Prozent der Deutschen an chronischen Schmerzerkrankungen. Besonders verbreitet seien ständig wiederkehrende Rücken-, Kopf- oder Nervenschmerzen.

Aufgrund mangelnder Fachkenntnisse vieler Mediziner und unzureichender Finanzierung geeigneter Schmerztherapien durch viele Krankenkassen müssten die Patienten oft lange Warte- und Leidenszeiten erdulden. Oft werde abgewartet, „bis das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, bemängelte Thomas Tölle, Sprecher der DGSS-Forschungskommission. Dabei könnten mit einer raschen interdisziplinären Therapie schon heute gute Erfolge erzielt werden.

Eine besonders starke Unterversorgung gibt es nach Ansicht der Experten bei chronischen Kopfschmerzen. Über 60 Prozent aller Deutschen litten im Laufe eines Jahres an diesen Beschwerden, etwa 33 Prozent seien Schwerstbetroffene.

Dennoch betrage die durchschnittliche Wartezeit in spezialisierten Ambulanzen bis zu sechs Monate, sagte Arne May, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Viele wirksame Therapien würden zudem von den Krankenkassen nicht übernommen. „Sobald Patienten etwas Komplizierteres haben, fallen Sie durch die Maschen“, kritisierte May.

Die Hoffnungen bei der Schmerzbekämpfung ruhen auf maßgeschneiderten Therapien. Patienten mit ähnlichen Grunderkrankungen beklagten oft „ganz unterschiedliche Schmerzsymptome“, erläutert Tölle. Wissenschaftler suchten deshalb nach den „Schlüsselstellen“ im Gen-Code, die festlegen, ob ein Mensch eine sehr hohe oder eine sehr geringe Schmerzempfindlichkeit hat.

„Die Gene entscheiden mit, wie wir unsere Schmerzen erleben“, sagt Tölle. Mithilfe der Genforschung könnten demnach künftig sowohl Therapien besser abgestimmt als auch Medikamente passgenau entwickelt werden. Bis solche Methoden verfügbar seien, werde es allerdings noch rund zehn Jahre dauern, schätzt der Hamburger Neurologe Ralf Baron.

Schon heute kann laut Baron in vielen Fällen vorausgesagt werden, ob ein Mensch zur Ausbildung chronischer Schmerzen neigt oder ob ein bestimmtes Medikament anschlagen wird. So könne etwa die Gabe von Arzneimitteln auf das „individuelle Schmerzmuster“ des Patienten abgestimmt werden, während bisher stets versucht wurde, die Ursache zu bekämpfen.

Vielversprechend bei bestimmten Nervenschmerzen seien auch neue Arzneiwirkstoffe wie etwa hochdosierte Capsaicin-Pflaster oder Botulinumtoxin-Injektionen, die schon bei einmaliger Anwendung bis zu drei Monate Schmerzlinderung gewährleisten könnten. © ddp/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 8. Oktober 2009, 07:58

"Fachgesellschaften"

spriesen in D und anderswo wie Pilze aus dem Boden. Und deren Vorwurf ist immer derselbe: Angeblich haben alle anderen Ärzte kein Ahnung. Wenn man dann mal hinter die Kulissen sieht, dann findet man Interessen der pharmazeutischen Industrie, Verkauf von Kursen und Weiterbildungen und evt persönliche Inszenierungen. Neuheiten in der Behandlung oder Verbesserungen für Patienten sehr selten oder gar nicht. Evt. fühlen sich gewissen Menschen, dann erst richtig krank.
Wenn ich mir den Artikel durchlese, so habe ich deutlich das Gefühl, dass es sich hier mehr um Profilierungssucht als um wirkliche Hilfe handelt. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung.

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