Vancouver – Der Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib, der bisher nur bei Malignomen im Erwachsenenalter eingesetzt wird, hat in einer Studie im Journal of Clinical Oncology (2009; doi: 10.1200/JCO.2008.21.2514), das ereignisfreie Überleben bei Kindern mit akuter lymphatischer Leukämie (ALL) deutlich verbessert.
Nicht alle Formen der ALL können heute durch eine Chemotherapie geheilt werden. Zu den Varianten mit bisher schlechten Therapieergebnissen gehört die Philadelphiachromosom–positive (Ph+) ALL. Die Standardtherapie besteht hier in einer Knochenmarktransplantation.
Es ist bekannt, dass Imitanib bei erwachsenen Patienten mit einer chronischen myeloischen Leukämie (CML) langfristige Remissionen erzielen kann. Der Wirkstoff hemmt eine Tyrosinkinase, die infolge einer Translokation der Chromosomen 9 und 22 entsteht, die als Philadelphia-Chromosom bezeichnet wird. Es lag deshalb nahe, Imatinib auch bei pädiatrischen Patienten mit Philadelphiachromosom–positiver (Ph+) ALL zu untersuchen.
Die nordamerikanische Children's Oncology Group behandelte 92 Kinder und Jugendliche mit Ph-positiver ALL mit Imatinib. Alle Kinder hatten zuvor eine Standardchemotherapie erhalten. Aus historischen Kontrollen war bekannt, dass nur etwa 35 Prozent der Kinder über 3 Jahre ohne Rezidiv bleiben.
Wie die Gruppe um Kirk Schultz vom Child & Family Research Institute in Vancouver berichtet, konnte die 3-Jahres-Rate eines rezidivfreien Überlebens unter der Imatinibtherapie mehr als verdoppelt werden, wenn die Therapie langfristig durchgeführt wurde.
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