Offzielle Empfehlung zur Schweinegrippeimpfung vorgelegt
Donnerstag, 8. Oktober 2009
ddp
Berlin – Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat die Impfung gegen die Schweinegrippe nun auch offiziell empfohlen. Vor allem für Risikogruppen wie chronisch Kranke, aber auch für alle anderen sei dies die beste Möglichkeit, sich gegen den Erreger zu schützen, teilte die Expertenkommission am Donnerstag in Berlin mit. Unterdessen bestätigte sich ein erster Todesfall in Deutschland im Zusammenhang mit der Schweinegrippe.
Die am Robert-Koch-Institut angesiedelte STIKO wies darauf hin, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen von der Impfung gegen die Schweinegrippe profitieren. Laut ihrer Empfehlung sollten aber medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere vorrangig geimpft werden. Menschen mit chronischen Grundkrankheiten zum Beispiel der Atemwege sowie Schwangere hätten ein mehrfach erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.
Zwar gebe es bisher keine Hinweise auf besondere Nebenwirkungen der neuen Impfstoffe, erklärten die Experten. Sie raten aber zu einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Dies gelte besonders für Schwangere. Diese sollten laut STIKO bis auf weiteres keinen Impfstoff mit bestimmten Verstärkersubstanzen, sogenannten Adjuvanzen, erhalten, deren Wirkung auf werdende Mütter und ungeborene Kinder einige Wissenschaftler für problematisch halten.
Beschäftigte im medizinischen Bereich und in der Wohlfahrtspflege sollen der STIKO zufolge ebenfalls vorrangig geschützt werden, weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien und engen Kontakt zu gefährdeten Gruppen haben. Auch Mitarbeiter von Polizei und Feuerwehr zählen nach wie vor zur Risikogruppe. Sie werden aber in der STIKO-Empfehlung aus rein formalen Gründen nicht ausdrücklich genannt.
Die Impfung gegen Schweinegrippe beginnt in der letzten Oktoberwoche. Die bundesweite Impfkampagne starte voraussichtlich am 26. Oktober, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums, Thomas Schulz, am Donnerstag auf ddp-Anfrage in Erfurt. Thüringen hat gegenwärtig den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz. Ab 19. Oktober könnten die Bundesländer die ersten bestellten Impfstoffe beim Hersteller in Dresden abholen. Die Organisation der Impfung ist Aufgabe der Länder.
Zum Einsatz kommt der Wirkstoff Pandemrix vom Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline. Die Bundesländer haben insgesamt 50 Millionen Dosen des Impfstoffs bestellt. Sollte es zu Engpässen kommen, werde nachbestellt, dann wohl bei der Pharmafirma Novartis, sagte Schulz. Beide Impfstoffe sind bereits auf europäischer Ebene zugelassen. In Deutschland muss das Paul-Ehrlich-Institut in Langen die Genehmigung noch erteilen. Bundesweit wurden laut RKI bislang rund 22 000 Fälle der neuen Influenza registriert.
Die Uniklinik Essen bestätigte, dass für den Tod einer 36-jährigen Frau vor knapp zwei Wochen das H1N1-Virus verantwortlich war. Damit starb erstmals in Deutschland nachweislich ein Mensch an der Schweinegrippe. Die Frau war an akutem Lungen- und Multiorganversagen in Folge der Infektion verstorben.
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danke für den letzten Absatz, der in allen Tageszeitungen fehlt. Damit bleibt die Zuordnung des Todes der Frau zu H1N1 völlig offen. Aber als (unredliches) Argument für die unsägliche Impfkampagne wird der Artikel gerne genutzt.
Leserkommentare
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