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Zöliakie: Antikörper greifen Knochen an

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Edinburgh – Patienten mit Zöliakie bilden Autoantikörper, die ein für die Regulation des Knochenstoffwechsels zentrales Protein ausschalten können. Die Folge ist nach einer Studie im New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 361: 1459-1465) eine beschleunigte Osteoporose, die jedoch auf eine Therapie mit Bisphosphonaten anspricht.

Die Osteoporose, die häufig bei Patienten mit Zöliakie beobachtet wird, lässt sich plausibel auf die Atrophie der Darmzotten in der Dünndarmmukosa zurückführen, die das zentrale Merkmal der gluteninduzierten Enteropathie ist.

Die gestörte Absorption schränkt auch die Aufnahme von Kalzium und Vitamin D ein, was eine Mineralisationsstörung des Knochens zur Folge haben kann. Die empfohlene Therapie besteht deshalb, neben der Meidung von klebereiweißhaltigen Speisen, in der Substitution von Kalzium und Vitamin D.

Diese Maßnahmen führten bei einem Patienten, über den die Gruppe um Stuart Ralston vom Institute of Genetics and Molecular Medicine an der Universität Edinburgh berichten, nicht zum Ziel. Der 40-jährige Mann litt an einer ungewöhnlich schweren Osteoporose, die nicht durch einen Mangel an Vitamin D oder Kalzium erklärt werden konnte.

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Die Untersuchungen ergaben vielmehr einen gesteigerten Knochenumbau, den die Forscher schließlich auf Autoantikörper zurückführen konnten. Sie waren gegen das Protein Osteoprotegerin gerichtet. Seine Funktion besteht darin, die Aktivität der Osteoklasten zu bremsen. Der Ausfall der Osteoprotegerin-Wirkung hatte dann einen gesteigerten Knochenabbau zur Folge.

Er konnte bei dem Patienten durch eine mehrmalige Behandlung mit Zoledronat gestoppt werden, während eine glutenfreie Diät vorher keine Wirkung erzielt hatte. Bisphosphonate scheinen demnach eine wirksame Therapie bei dieser Störung zu sein, deren Häufigkeit noch unklar ist.

Die schottischen Forscher haben 15 weitere Zöliakiepatienten untersucht. Bei drei Patienten wurden die Autoantikörper gefunden. Bei allen drei Patienten war die Knochenmineraldichte allerdings nur leicht vermindert. © rme/aerzteblatt.de

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