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Krebs im Kindesalter: Überlebende bekommen gesunde Kinder

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Seattle/New Haven – Überlebende von pädiatrischen Krebserkrankungen heiraten im Erwachsenenalter seltener als andere Menschen. Die Fruchtbarkeit ist infolge der Therapie häufig herabgesetzt. Doch wenn es zu einer Geburt kommt, sind nach einer aktuellen Studie keine vermehrten Fehlbildungen zu befürchten.

Weltweit dürfte es mehrere hunderttausend Kinder geben, die dank einer Chemo- und Strahlentherapie von einer Krebserkrankung geheilt wurden, und inzwischen das Erwachsenenalter erreicht haben. Der Krebs ist längst besiegt, doch die Spätwirkungen machen vielen noch zu schaffen.

Eine Folge ist die geringere Zahl von Eheschließungen, auf die Nina Kadan-Lottick vom Yale Cancer Center in New Haven/Connecticut bei der Auswertung der Childhood Cancer Survivor Study stieß. Diese Datenbank des National Cancer Institutes erfasst mehr als 10.000 Patienten, die in den Jahren 1970 bis 1986 behandelt wurden.

Etwa 42 Prozent der Überlebenden sind heute verheiratet und 7,3 Prozent bereits wieder geschieden. Aus der Studie in Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention (Online) geht aber auch hervor, dass 46 Prozent der ehemaligen Krebspatienten niemals geheiratet haben.

Besonders hoch war die Single-Rate bei Patienten mit Hirntumoren und Leukämien. Hier scheint vor allem die früher häufig durchgeführte Schädelbestrahlung, die kognitive Beeinträchtigungen nach sich zieht, die Heiratschancen zu vermindern.

Zu den Spätfolgen der Chemo- und Strahlentherapie, die sich langfristig nachteilig auf das Eheleben auswirken, könnte auch die verminderte Fruchtbarkeit zählen. Hinzu kam die Angst, dass die Schädigung der Keimdrüsen negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft und auf die Gesundheit der Kinder haben könnte.

Tatsächlich zeigt eine Analyse verschiedener US-Krebsregister, die Beth Mueller vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle durchgeführt hat, dass die Mütter während der Schwangerschaft häufiger einen Diabetes oder eine Anämie entwickeln. Bei Überlebenden von Knochenkrebserkrankungen war das Diabetesrisiko sogar vierfach erhöht, wie aus der Publikation in den Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine (2009; 163: 879-886), hervorgeht.

Dies mag sich auch auf die erhöhte Rate von Frühgeburten ausgewirkt haben, die bei den Krebsüberlebenden um die Hälfte häufiger waren (15 vs. 10 Prozent). Hier scheint es sich vor allem um eine Spätfolge der Chemotherapie zu handeln, die das Risiko einer Frühgeburt verdoppelte. Doch das am meisten befürchtete Risiko, nämlich eine erhöhte Rate von Fehlbildungen unter den Kindern, war in der Analyse nicht zu erkennen.

In einer parallelen Studie hat Eric Chow, ebenfalls vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, untersucht, ob sich die Krebsbehandlung des Vaters negativ auf die Gesundheit der Kinder auswirkt (Archives 2009; 163: 887-894).

Auch hier können die Paare bei der Familienplanung beruhigt werden. Eine erhöhte Rate von Fehlbildungen war nicht erkennbar. Das Risiko von Frühgeburten war ebenfalls nicht erhöht. Es wurde jedoch eine Tendenz zu einem verminderten Geburtsgewicht gefunden, vor allem wenn die Väter bereits in frühem Alter an Krebs erkrankt waren und sie eine Chemotherapie erhalten hatten.

Interessant ist auch, dass die Mütter doppelt doppelt so häufig unter der Schwangerschaftskomplikation Präeklampsie litten, wenn der Vater als Kind wegen eines Hirntumors behandelt wurde. © rme/aerzteblatt.de

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