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Ärzteschaft

Ärzte für neue Vertrauenskultur im Gesundheitswesen

Montag, 12. Oktober 2009

Berlin – Das Gesundheitswesen braucht eine neue Vertrauenskultur, die Ärzteschaft und Gesundheitsberufe motiviert, in die kurative Versorgung zu gehen und dort zu bleiben. Das fordern die Spitzenorganisationen der Ärzteschaft sowie ärztliche Berufsverbände und Fachgesellschaften in einem gemeinsamen Schreiben an die Koalitionsunterhändler für den Bereich Gesundheit. „Der Arztberuf muss wieder auf seine eigentliche Tätigkeit zurückgeführt werden, die Behandlung von Patienten“, heißt es darin.
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Die Organisationen mahnen zudem „schnelle Veränderungen“ an: Notwendig seien bessere Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis, eine konkurrenzfähige und angemessene Vergütung und bessere Möglichkeiten, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Das Gesundheitswesen müsse darüber hinaus so ausgestaltet sein, dass Patienten „einen verlässlichen und chancengleichen Zugang zur gesundheitlichen Versorgung auf dem medizinisch angemessenen Niveau und für deren jeweiligen individuellen Zustand erwarten können“.

Nach Meinung der Ärzteorganisationen sind zwingende Voraussetzungen hierfür, dass der solidarisch finanzierte Leistungsumfang sich auf das originäre Leistungsversprechen konzentriert, dass sämtliche Einkommensarten in die Beitragsbemessung einbezogen werden und dass die gesetzliche Krankenversicherung von versicherungsfremden Leistungen entlastet wird.

Die finanziellen Mittel werden nach Einschätzung der Ärzte auch in Zukunft begrenzt sein. „Um heimliche Rationierung zu vermeiden, zugleich aber Verteilungsgerechtigkeit in der medizinischen Versorgung zu sichern, muss endlich offen Priorisierung in unserem Gesundheitswesen debattiert werden“, fordern die Organisationen und Verbände.

Zudem plädiert die Ärzteschaft für einen „sozial-fairen Wettbewerb“ für das Gesundheitswesen. „Die zunehmende Einführung selektiver Verträge im niedergelassenen Bereich wie auch die zunehmende Privatisierung von Krankenhäusern führen zu einem immer stärkeren Verdrängungswettbewerb“, heißt es dem Schreiben. Zwingend notwendig sei deshalb der Wiederaufbau bedarfsgerechter Strukturen für die Patientenversorgung. © hil/aerzteblatt.de

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Dieter
am Donnerstag, 17. Dezember 2009, 11:50

"Und immer wieder von vorne ..."

Schnelle Veränderungen“ sind, nach dem Stand der Dinge, in einem Zeitrahmen von sicherlich „30+“zu sehen, denn in den letzten 30 Jahren hat sich strukturell nie etwas wirklich zielführend verändert. Ob Große Koalition oder Jamaika oder „gelb-schwarz“ oder sonst ein Farbenspiel: Niemand hat Visionen. Mit Ideen wird man garantiert nicht Bundesminister. Besser einfach sitzen bleiben und warten, dass man an die Reihe kommt. Aalglatt ist die Devise, in den Medien nicht auffallen. Das Eckpunktepapier könnte, bis auf wenige Neuerungen, auch vor 30 Jahren verfasst worden sein. Ein Déjà-vu der besonderen Art. Da wird u.a. von Einnahmenverbreiterung gesprochen, was letztlich nur eine Hand voll Jahre puffert. Zu sehen in Frankreich, wo dieser Feldversuch nach wenigen Jahren bereits vor längerer Zeit stattfand. Man muss wissen, dass diese ganzen Verzweiflungstaten vor dem Hintergrund stattfinden, dass es letztlich keine handfesten bundesweiten Rahmenbedingungen gibt, die überall gelten. Nur dann kommt Struktur in die Sache. Schon die Zahl an Krankenkassen ist monströs: Aber in Deutschland hängt man nun an jedem Job, selbst wenn es an den Rand der tütenkleberei rückt.
Und dann das Studium: 200-300 Studenten sitzen, wie vor 30 Jahren, in einem Hörsaal. Der Herr Professor kennt einem nur als Doktorrand, wenn überhaupt. In Angelsachen hab‘ ich mit einer Hand voll(!) Kommilitonen einen Hochschullehrer teilen müssen, der jeden Tag darauf achtete, dass man bei der Stange bleibt. Man wohnte auch in seinem Haus und das Abendessen gab es bei seiner Frau. Da wird man völlig anders sozialisiert wie in dieser Massenstudentenhaltung die fast schon gegen das Tierschutzgesetz verstößt. Die aktuellen Studentenjahrgänge leiden, wie ihre Vorgänger, unter dem „Herr Professor“- Syndrom, Fehlberufungen ist die Basis der Malaise.
Die Unsäglichkeit der ZVS und der Lotteriemodelle nimmt offenbar wieder zu. Was wundert, dass weder die Bundesregierung noch die Bundesärztekammer noch die Länder externen Rat annehmen, dabei wäre es doch sooo einfach …

adonis
am Montag, 12. Oktober 2009, 09:54

Ran an die Arbeit!!!

Also es gibt einige sehr gute Aspekte in dem Papier auch wenn ich sie für banal halte. Leider haben die Banalitäten in den letzten 15-20 Jahren sich so verhalten, als wären es grosse Neuerungen. Die Frage wäre natürlich wie man einen so lang anhaltenden Trend wieder stoppen möchte. Herr Blüm hatte ganze Arbeit geleistet. Er war einer der Ersten, die meinten mit dem Rasieren der Ärzteschaft, der Gesellschaft einen Gefallen zu tun. ( Na, seine Jahrhundertrentenreform hielt auch nur ein paar Jahre. Typisch Blüm.)
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