HPV: Impfung der Jungen nicht kosteneffektiv
Freitag, 9. Oktober 2009
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| Ein Papilloma-Virus /wikipedia |
Boston – Die Einbeziehung von Jungen in die HPV-Impfungen, wie sie derzeit in den USA erwogen wird, ist nach einer Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2009; 339: b3884) nicht kosteneffektiv.
Ein Gutachtergremium der US-Aufsichersbehörde FDA hatte jüngst die Ausweitung der Indikation für den Impfstoff Gardasil auf Jungen ab 12 Jahre nahegelegt. Eine Entscheidung steht zwar noch aus, in der Regel folgt die FDA aber dem Votum der Experten. Kosten-Nutzen-Erwägungen spielen bei einer Zulassung eines Impfstoffs zwar keine Rolle.
Die Entscheidung würde jedoch sicherlich den öffentlichen Druck auf die Centers for Disease Control and Prevention verstärken, die Impfung auch bei Jungen zu empfehlen. Aus Sicht von Jane Kim von der Harvard School of Public Health in Boston wäre dies eine gesundheitsökonomisch fragwürdige Entscheidung.
Die Forscherin hat auf der Basis der bekannten Daten die Kosten berechnet, die für den Gewinn eines Jahres an guter Lebensqualität (quality-adjusted life year, QALY) aufgebracht werden müssten. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass geimpfte Frauen weiter am Screening teilnehmen müssen, da die Impfstoffe nicht alle bekannten onkogenen humanen Papillomaviren (HPV) abdecken.
Unter der Voraussetzung, dass 75 Prozent aller Mädchen im Alter von 12 Jahren geimpft werden und die Impfung einen lebenslangen Schutz gewährt (was noch zu beweisen sein wird), errechnet Kim Kosten von 40.310 US-Dollar pro QALY.
Die Impfung wäre demnach kosteneffektiv, da in den USA Aufwendungen von 50.000 bis 100.000 US-Dollar als vertretbar betrachtet werden. Würden allerdings auch alle Jungen ab dem Alter von 12 Jahren in das Impfprogramm aufgenommen, stiegen die Kosten auf 290.290 US-Dollar pro QALY an.
Und dieser Wert gilt nur unter der günstigen Voraussetzung einer 90-prozentigen Effektivität der Impfung bei Jungen. Sollte sie nur 75 Prozent betragen, würden die Kosten pro QALY auf 382.860 US-Dollar und damit auf ein Vielfaches der oberen Grenze einer Kosteneffektivität steigen. Das wäre dann selbst bei einer deutlichen Senkung der Impfstoffpreise nicht mehr vertretbar.
© rme/aerzteblatt.de
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