Ausland

Australische Ärztin Catherine Hamlin erhält den Alternativen Nobelpreis

Dienstag, 13. Oktober 2009

Stockholm – Die australische Gynäkologin Catherine Hamlin hat den sogenannten Alternativen Nobelpreis erhalten. Das gab die Jury des Right Livelihood Award, wie der Preis offiziell heißt, am Dienstag in Stockholm bekannt. Hamlin arbeitet seit 1959 in Äthiopien, wo sie eine Klinik für Frauen mit Genitalfisteln aufgebaut hat.
 

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Neben Hamlin zeichnete die Jury den Kongolesen René Ngongo für seinen Einsatz für den Regenwald und den Neuseeländer Alyn Ware für sein Engagement für Friedenserziehung und Abrüstung aus.
 

Die 1924 geborene Hamlin ging im Mai 1959 zusammen mit ihrem Mann nach Addis Abeba, wo beide im Rahmen eines dreijährigen Projektes der äthiopischen Regierung eine Hebammenschule aufbauten.

Nach dem Ende ihres Vertrages blieben sie in Äthiopien, um sich zunächst am Princess Tsahai Memorial Hospital und ab 1974 an dem von ihnen gegründeten Addis Ababa Fistula Hospital der Behandlung von geburtsbedingten Fisteln bei Frauen zu widmen.

Diese Verbindungen zwischen der Vagina und der Harnblase oder dem Darm haben wegen eines unkontrollierten Austritts von Urin oder Exkrementen aus der Scheide für betroffene Frauen oft schwerwiegende soziale Folgen, da sie meist von ihren Partnern verlassen und aus ihrer sozialen Gemeinschaft ausgeschlossen werden.

Catherine und Reginald Hamlin entwickelten eine Operationstechnik, die bei rund 93 Prozent der Patientinnen zu einer vollständigen Heilung führt, und behandelten im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten über 20.000 Frauen. Nach dem Tod ihres Manns im August 1993 übernahm Catherine Hamlin die Leitung des Addis Ababa Fistula Hospital. 

Der Alternative Nobelpreis wurde zum 30. Mal verliehen. Der von privaten Spendern finanzierte Preis soll diejenigen unterstützen, die "praktische Antworten" auf die drängendsten Herausforderungen der Gegenwart geben.

Überreicht werden die Preise am 9. Dezember im schwedischen Parlament. Im vergangenen Jahr war die Kölner Frauenärztin Monika Hauser geehrt worden. © hil/aerzteblatt.de

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Dr.Roux
am Mittwoch, 4. November 2009, 20:36

gute Sache!

Ja, das ist wirklich eine gute Sache.
Und das äthiopische Gesundheitssystem kann die Kosten für die Klinik nicht aufbringen, darum sind wir als Spender gefragt, die Patientinnen zu unterstützen. Auch in Deutschland gibt es einen Verein, die Spenden für die Klinik sammelt:
www.fistula.de

Wir freuen uns über jeden Euro!
Dr Roux
adonis
am Dienstag, 13. Oktober 2009, 14:55

Meinen herzlichen Glückwunsch!!!

Da erhält jemanden einen Preis für seine Arbeit und sein Lebenswerk. Gut so. Der klassische Nobelpreis für den Frieden wurde für nicht mal einjähriges Geschwätz ausgeteilt. In Guantanamo gibt es bis heute die Obama light Version der Folter. Klasse!!!
Und wie sieht es beim Medizin-Nobel-Preis aus. Er ist eigentlich ein Relikt alter Tage, wo Forscher noch ganz alleine grosse Entdeckungen machten und publizierten. Heute muss man doch ehrlich sein und sagen, dass es ein ganzes Team ist, das an einer Frage arbeitet und dieses hat noch Verbindung in die ganze Welt. Ich frage mich, ob es gerechtfertigt ist, das einem einzelnen Forscher anzurechnen.
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