Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bestellung des Schweinegrippen-Impfstoffs Pandemrix durch die Bundesländer verteidigt. Der Impfstoff des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline sei unbedenklich, bekräftigte Gesundheitsstaatsekretär Klaus Theo Schröder am Dienstag in Berlin. Am Montag war bekannt geworden, dass die Bundeswehr für ihre Soldaten den Impfstoff Celvapan bestellt hat, der als verträglicher gilt als Pandemrix.
Der Impfstoff Celvapan der Firma Baxter für Bundeswehrangehörige sei ohne Konservierungsstoffe und Wirkungsverstärker, weil die Betroffenen in kurzer Zeit geimpft werden könnten, erläuterte Schröder. Die ab Ende Oktober vorgesehene Massenimpfung für die Allgemeinheit mit Pandemrix ziehe sich über einen längeren Zeitraum hin. Diese Dosen seien durch Konservierungsstoffe neun Monate haltbar. Die quecksilberhaltigen Konservierungsstoffe, die in Pandemrix enthalten sind, seien aber in so geringer Menge vorhanden, dass sie ungefährlich seien.
Schwangeren riet Schröder, nach Möglichkeit noch abzuwarten. Wie bei einer Impfung gegen die saisonale Grippe bestehe die Möglichkeit, dass Fieber auftrete. Dies könnte dem Fötus schaden. „Deshalb wird diesen Frauen nach jetzigem Stand der Erkenntnisse nicht zugeraten“, sagte der Staatssekretär. Es bleibe eine „Einzelfallentscheidung“. Werdenden Müttern wird ein Serum ohne Zusätze empfohlen, dass es derzeit Experten zufolge noch nicht auf dem Markt gibt.
Zugleich zeichnet sich laut Schröder ab, dass möglicherweise nur eine Impfung gegen die sogenannte Schweinegrippe notwendig wird. Eine Entscheidung falle nach dann vorliegenden Erkenntnissen zwischen Bund und Ländern Mitte November, teilte er mit.
Ob die Impfung für die Bevölkerung am anvisierten 26. Oktober beginnen könne, hänge davon ab, ob bis zu diesem Zeitpunkt etwa 2,4 Millionen Impfstoffdosen bereitgestellt seien. Ansonsten werde wahrscheinlich eine Woche später gestartet.
Die Bereitschaft der Bevölkerung zur Impfung nimmt laut Ministerium leicht zu. Derzeit wollen sich nach Erhebungen 40 bis 50 Prozent der Bürger offenbar immunisieren lassen, 20 Prozent davon mit Sicherheit, der andere Teil nach eigener Auskunft wahrscheinlich. Diese Zahlen liegen höher als bei der saisonalen Grippeschutzimpfung mit 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung, wie Schröder sagte.
Die EU-Kommission teilte unterdessen mit, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) kommende Woche eine Anfrage von Impfstoffherstellern, nur eine Dosis zur Impfung jedes Bürgers einzusetzen, prüft. Bisher wurde von zwei Dosen ausgegangen.
Die EU-Gesundheitsminister einigten sich bei ihrem Sondertreffen zur Schweinegrippe in Luxemburg zudem auf eine genaue Überwachung der Nebenwirkungen der bisher zugelassenen Impfstoffe.
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Nachher ist man immer klüger. Mit grösster nun anzunehmender Wahrscheinlichkeit hat man überreagiert. Aber das war zu Anfang gar nicht abzusehen. Hätte man gar nicht reagiert und wäre es schlimm geworden, dann hätte man auch geschriehen. C´est la vie!
aus der Politik wird hier verbreitet. Gesundheitsstaatsekretär Klaus Theo Schröder warnt Schwangere vor Impfung, weil er wohl die neueste Empfehlung des RKI sprich STIKO vom 12.10.09 nicht kennt. Dort heißt es: "Mit der Impfung der Indikationsgruppen 1, 2 und 3 sollte bei Verfügbarkeit der Impfstoffe sofort begonnen werden:.....3. Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen. Gleichzeitig sagt er wie seine schwedische Kollegin, es gebe "keinerlei Hinweise" auf schädliche Nebenwirkungen. Sie traun wohl der offizielen Verlautbarung des RKI doch nicht ganz. Ein chaotisches Gemenge, hervorgerufen durch WHO-Definition einer Pandemie (wurde wegen der Schweinegrippe geändert!!) und der vorschnellen Festlegung auf eine teure Impfaktion, die jetzt natürlich unter allen Umständen durchgezogen werden soll und die einem Nebenwirkungsgroßversuch an der Bevölkerung gleichkommt. Wen´s interessiert: Arzneimittelbrief Jahrgang 43 Nr. 09 September 2009 "Schweinegrippe - eine inszenierte Pandemie als Konjunkturprogramm? "
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