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Parkinson: Erste Ergebnisse einer Gentherapie

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Paris – Die intrazerebrale Injektion von drei Genen für die Dopaminsynthese kann die motorischen Störungen des Morbus Parkinson deutlich lindern. Dies zeigen Experimente an Makaken in Science Translational Medicine (2009; 1: 2ra4). Auch die ersten klinischen Ergebnisse an einer Pariser Klinik sind vielversprechend.

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Eine Reihe von Forschergruppen arbeitet derzeit an der Entwicklung einer Gentherapie des Morbus Parkinson. Die Idee besteht darin, mittels eines Virus Gene für die Dopaminsynthese in Hirnzellen zu transportieren und diese dadurch zur Produktion des Neurotransmitters zu veranlassen, dessen Mangel die Ursache des Morbus Parkinson ist.

Die britische Firma Oxford BioMedica hat zu diesem Zweck ein Virus mit den Genen für die drei Enzyme Tyrosinhydroxylase, Aromatische L-Aminosäure-Decarboxylase und Guanosin-5’-Triphosphat-Cyclohydrolase 1 ausgestattet.

Die ersten Tierversuche wurden an Makaken durchgeführt, denen die Forscher zuvor ein Nervengift injiziert hatten, das selektiv die Dopamin-produzierenden Zellen in den Basalganglien zerstört. Wie die Gruppe um Stéphane Palfi von der Henri Mondor-Klinik in Paris berichtet, konnte die Gentherapie die Dopaminproduktion, die nach der Injektion des Giftes auf 27 Prozent der Normalkonzentration abgefallen war, auf 47 Prozent steigern.

Die Tiere erholten sich daraufhin von ihrem Parkinsonismus: Parameter der Bewegung und der Körperhaltung erreichten nach Angabe des Herstellers 77 Prozent beziehungsweise 85 Prozent des Normalwerts.

Und was wichtiger ist: Die Tiere entwickelten in einer Nachbeobachtungszeit von 44 Monaten keine Dyskinesien, die in einer Kontrollgruppe von Tieren, deren Krankheit mit L-Dopa behandelt wurde, nach kurzer Zeit auftraten. Die Dyskinesien sind auch beim Menschen der wesentliche Grund für das allmähliche Scheitern der L-Dopa-Therapie.

In Paris wurde Ende 2007 bereits eine erste klinische Phase-I/II-Studie an drei Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson begonnen. Dabei wurde den Patienten in einem stereotaktischen Eingriff eine Suspension der Viren in das Putamen injiziert.

Nachdem keine Komplikationen auftraten, wurde eine zweite Kohorte mit einer höheren Dosis behandelt. Die Ergebnisse sollen Ende November in Hannover auf der Jahrestagung der European Society of Gene & Cell Therapy vorgestellt werden. Laut Hersteller konnten die Patienten dank der Gentherapie ihre L-Dopa-Dosis um 44 Prozent senken, ohne dass es zu einer Verschlechterung der motorischen Symptome kam. Die Dyskinesien hätten sich um bis zu 60 Prozent verbessert, heißt es in der Pressemitteilung, die sicherlich zurückhaltend interpretiert werden sollte.

Zum einen sind (von Investoren abhängige) Biotechnologie-Unternehmen immer bestrebt, ihre Ergebnisse in einem günstigen Licht zu präsentieren. Zum anderen lässt sich der Wert einer Therapie erst in kontrollierten Studien abschätzen.

Dies gilt insbesondere für den Morbus Parkinson. Es sei nur an die anfänglich guten Ergebnisse zur Stammzelltransplantation erinnert, die sich später nicht in randomisierten Studien verifizieren ließen. © rme/aerzteblatt.de

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