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Ärzte fordern Regierung zum Verzicht auf Schweinegrippenimpfstoff auf

Dienstag, 20. Oktober 2009

Berlin – Ärzteschaft und SPD kritisieren die Informationspolitik zur Impfung gegen die Schweinegrippe. Der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, sagte am Dienstag: „Ich bin über das Kommunikationsverhalten der Politik entsetzt.“

Die Regierung solle zugunsten von Risikogruppen auf den für sie vorgesehen Impfstoff verzichten. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) eine katastrophale Informationspolitik vor. Kinderärzte forderten, auch Kinder ab drei Jahren zu impfen.

Der für Regierungsmitglieder, Beamte in den Krisenstäben und Soldaten georderte Impfstoff enthält anders als das Serum für die übrige Bevölkerung keine Wirkungsverstärker. Die Nebenwirkung dieser Zusatzstoffe ist nach Ansicht einiger Experten nicht genügend erforscht und deswegen riskant.

Montgomery sagte, es erhöhe nicht gerade die Akzeptanz der Impfung, wenn die Regierung für sich andere Impfstoffe bestelle als für die Bürger. „Ich rechne damit, dass jetzt noch weniger Bürger zur Impfung gehen als erwartet“, sagte er.

Er forderte die Bundesregierung auf, den für sie bestellten Impfstoff für Schwangere und Kinder zur Verfügung zu stellen und stattdessen den allgemeinen Impfstoff zu benutzen. So könne die Regierung die Glaubwürdigkeit zurückgewinnen.

Zur Frage, wer sich überhaupt impfen lassen solle, sagte Montgomery: „Jeder muss diese Frage für sich selbst beantworten. Wer große Angst vor der Erkrankung hat, sollte sich impfen lassen.“ Allerdings glaube er, dass sehr viele Menschen in Deutschland bereits die Schweinegrippe hatten, ohne sie als solche erkannt zu haben.

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Lauterbach sagte: „Ich bin über das Kommunikationsverhalten der Politik entsetzt.“ Zwar geben es faktisch keine Qualitätsunterschiede zwischen den für Bundesbedienstete und den für die Bevölkerung bestellten Impfstoffen. Es sei aber der verheerende Eindruck entstanden, solche Unterschiede existierten. Auch hätten die unterschiedlichen Impfstoffe nicht die gleichen Nebenwirkungen, sagte Lauterbach.

Der mit Wirkungsverstärkern versetzte Impfstoff für die Gesamtbevölkerung sei bisher nicht an Schwangeren und Kleinkindern unter drei Jahren erprobt worden. Daher sollten diese Personengruppen mit einem Vollimpfstoff ohne Wirkverstärker geimpft werden, „um auf Nummer sicher zu gehen.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warb für Schweinegrippeimpfungen bei Kindern ab drei Jahren. Verbandspräsident Wolfram Hartmann sagte, dies sei besonders bei Kindern mit entsprechenden Risikofaktoren nötig.

„Verharmlosen sollte man die Schweinegrippe nicht“, sagte Hartmann. Kinder müssten genauso den Impfstoff bekommen wie Schwangere. Impfstoffe in Deutschland seien sicher. Der Verbandspräsident beklagte, Eltern würden durch die aktuelle Diskussion verunsichert. Die Aufregung über verschiedene Seren sei jedoch überflüssig. © ddp/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 21. Oktober 2009, 08:45

Richtig!

Bei der derzeitigen Informationslage wäre es angebracht, wenn man dem Vorschlag von Herr Montgomery folgt.
Herr Lauterbach entlarvt sich wieder selbst. Er hat Anspruch auf den "besseren" Impfstoff und möchte ihn auch behalten. Da kann man ja dann Schwangere mit dem "schlechteren" impfen.
Folgt man den Empfehlungen des CDC so werden auch jüngere Kinder als 3 Jahre geimpft. Die 3 Jahresgrenze scheint ehr willkürlich gewählt.

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